Grüblerisch
Der Titel spiegelt den ewigen Wunsch des Menschen, dass nicht alles vorüber sei nach dem letzten Aufflackern der Gehirnströme; dass hinter den Momentaufnahmen unseres Lebens eine grandiose Totale stehe. Und in der Tat: Wäre es nicht eine schlimme Farce, wenn etwa Goethes «Faust» und Mozarts Symphonien, Wagners «Ring» bloß Resultate spezieller neurophysiologischer Abläufe wären? Lady Trudy Bliss, die sich die Vertonung des Gedichts «Love lives beyond the tomb» von John Clare (1793-1864) durch Ian Venables 2004 zu ihrem 100.
Geburtstag wünschte, dürfte freilich dabei vor allem an ihren Gatten, den Komponisten Sir Arthur Bliss, gedacht haben. Auf dem vorliegenden Album vermittelt die Sopranistin Mary Bevan die in diesem Lied umschriebene unvergängliche, übers Grab hinausreichende Liebe mit inniger, zu Herzen gehender Schlichtheit.
Wie die Bedeutung von Arthur Bliss (1891-1975) reicht auch jene des 1955 in Liverpool geborenen Ian
Venables als Komponist über Britannien kaum hinaus, und selbst dort ist er eher ein Fall für Eingeweihte. Zugleich aber gilt Venables als wichtigster lebender Liedkomponist im englischen Idiom; er schließt in seinem diesbezüglichen Œuvre ohne Weiteres an die ...
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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Gerhard Persché
alpha
07.02. – 21.50 Uhr
Absolute Prokofiew (1/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 1
S: Trifonow
14.02. – 22.00 Uhr
Absolute Prokofiew (2/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 2 und Nr. 3
S: Toradze
21.02. – 21.45 Uhr
Absolute Prokofiew (3/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 4, Klavierkonzert Nr. 4 und Klaviersonate Nr. 7
S: Volodin
28.02. – 21.45...
Zum Salzburger Vermächtnis Gerard Mortiers gehören nicht nur die Öffnung des Musiktheater-, Schauspiel- und Konzertprogramms für die Gegenwart, sondern auch das öffentliche Nachdenken über Grundfragen unserer Zeit. Dass die Künste ihren Sinn verlieren, wenn sie kulinarisch entschärft werden, vor der unsicheren, krisenbehafteten menschlichen Existenz fliehen, war...
Eine Jubiläumspremiere der besonderen Art. Auf den Tag genau 100 Jahre nach der Uraufführung kam Korngolds «Die tote Stadt» am 4. Dezember 2020 an der Oper Köln heraus. Es war mehr als eine Verbeugung vor der großen Tradition des Hauses (1920 hatte der damalige Musikchef Otto Klemperer dirigiert, auch wenn er das Stück nicht mochte). Nein, diese Premiere – Corona...
