Grüblerisch

Die Sopranistin Mary Bevan und der Tenor Allan Clayton präsentieren Lieder des englischen Komponisten Ian Venables

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Der Titel spiegelt den ewigen Wunsch des Menschen, dass nicht alles vorüber sei nach dem letzten Aufflackern der Gehirnströme; dass hinter den Momentaufnahmen unseres Lebens eine grandiose Totale stehe. Und in der Tat: Wäre es nicht eine schlimme Farce, wenn etwa Goethes «Faust» und Mozarts Symphonien, Wagners «Ring» bloß Resultate spezieller neurophysiologischer Abläufe wären? Lady Trudy Bliss, die sich die Vertonung des Gedichts «Love lives beyond the tomb» von John Clare (1793-1864) durch Ian Venables 2004 zu ihrem 100.

Geburtstag wünschte, dürfte freilich dabei vor allem an ihren Gatten, den Komponisten Sir Arthur Bliss, gedacht haben. Auf dem vorliegenden Album vermittelt die Sopranistin Mary Bevan die in diesem Lied umschriebene unvergängliche, übers Grab hinausreichende Liebe mit inniger, zu Herzen gehender Schlichtheit.

Wie die Bedeutung von Arthur Bliss (1891-1975) reicht auch jene des 1955 in Liverpool geborenen Ian
Venables als Komponist über Britannien kaum hinaus, und selbst dort ist er eher ein Fall für Eingeweihte. Zugleich aber gilt Venables als wichtigster lebender Liedkomponist im englischen Idiom; er schließt in seinem diesbezüglichen Œuvre ohne Weiteres an die ...

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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Gerhard Persché

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