Die Kinder des Orpheus

Anna Viebrock und Johannes Harneit bringen an der Staatsoper Hannover die große Oper «iOPAL» von Hans-Joachim Hespos heraus

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Wäre Robert Musil Zeuge dieses in vielerlei Hinsicht aufschlussreichen Abends geworden, er hätte vermutlich ein verschmitztes Lächeln aufgesetzt. Wieder einmal waren sich hier jene zwei Wesenheiten (oder auch: Denk- und Existenzmodelle) begegnet, die Musil in seinem unvollendeten Roman «Der Mann ohne Eigenschaften» so kongenial hatte aufeinander stoßen lassen: der «Wirklichkeitssinn» und der «Möglichkeitssinn».

Als Chiffren für den schier unlös­baren Antagonismus aus fantasielos-tumbem Gebaren hier und gedankenvoller Lebensidee dort, von Musil mit der ihm eigenen literarischen Grandezza ausgeführt, ließen sich diese Wortschöpfungen als Synonym auch für ein Phänomen gebrauchen, welches die zeitgenössische Musik seit langem begleitet – gleichsam stellvertretend für ein grundlegendes Missverständnis ambitionierter Kunst gegenüber. Sucht diese, auch mit dem Wissen um die Gefahr des Scheiterns, nach der Ausdehnung ihrer Mittel, so scheint eben dieser Versuch einer Ausdehnung eine enorme geistige Beschränkung bei denjenigen auszulösen, die dem Neuen a priori mit Entschiedenheit ablehnend begegnen. Konkret auf das, was in Hannover geschah, bezogen: Es hätte nicht viel gefehlt, und der ...

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Opernwelt Juni 2005
Rubrik: im focus, Seite 14
von Jürgen Otten

Vergriffen
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