Große, grobe Klasse
Naturgemäß sah man bei einigen während der Aufführung und in der Pause Naserümpfen. Klar, Jan Philipp Glogers Neuinszenierung des operettigen Kultstücks ist eigenwillig, wobei er es bei ein paar Spitzen gegen das Genre belässt und vor allem das Problem «Übertourismus» im Blick hat.
Da wird einem dann auch mal eine treffende Passage von Hans Magnus Enzensberger um die Ohren gehauen – gut so! Der Rest ist eigentlich «nur» gut gemachte Show mit einem lieben, erfrischenden Auftritt von Harald Schmidt als unerträglicher Spießer Professor Hinzelmann und von Götz Schubert, der herrlich berlinernd den immer genervten Fabrikanten Wilhelm Giesecke mimt.
Robert Palfrader hingegen spielt den Kaiser, und das tut er auch im echten Leben (sprich: im Fernsehen) in der Show «Wir sind Kaiser». Dort hält Palfrader Audienzen, gibt Politikern schlechte Ratschläge und begrüßt Gäste, vom Seifenoperndarsteller bis zur ehemaligen Salzburger Festspielpräsidentin. Im «Rössl» fällt Palfrader gleichsam doppelt aus seiner Rolle und klagt der dortigen Wirtin Annette Dasch sein Schicksal: Er mag nur noch Mensch sein und nicht Kultfigur ... Dasch wiederum mault, dass sie für diese Premiere unfassbar lang an ihrem ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Jörn Florian Fuchs
JUBILARE
Heinz Zednik, der am 21. Februar 1940 in Wien geboren wurde, war einer der führenden Charaktertenöre des 20. Jahrhunderts. Nach einem Gesangsstudium am Konservatorium seiner Heimatstadt erhielt er sein erstes Engagement 1964 am Opernhaus Graz. Schon ein Jahr später wechselte er an die Wiener Staatsoper, wo er 1980 zum Kammersänger und 1994 zum...
Camille Erlanger gehört zu den zahllosen Komponisten, deren Werk in toto der Furie des Vergessens anheimfiel. Die neun Opern des Parisers elsässisch-jüdischer Herkunft sind in ihrem Schwanken zwischen Naturalismus und Symbolismus, Wagner-Nachfolge und Impressionismus typisch für das französische Fin de Siècle. Nachdem Guillaume Tourniaire 2023 beim Wexford-Festival...
Gelacht?» «Kein bisschen.» Die Antwort ist einigermaßen desaströs für einen Spaßmacher, dabei hatte sich Truffaldino, der Narr, doch so ins Zeug gelegt, um den kranken Prinzen zum Lachen zu bringen. Als aufgebrezelte Krankenschwester war er auf die Bühne gesprungen, mit Polsterhintern und bald sichtbar werdendem Riesen-BH, und hatte sich selbst eine Spritze in den...
