Große Bühne
Mit dem Regienachwuchs tun sich Häuser manchmal schwer. Ein kleines Projekt auf der Probebühne, das Kinderstück im Foyer – kein Problem. Aber eine Inszenierung für die große Bühne? Das erscheint vielen Intendanten dann doch zu riskant. Zumal, wenn das Ergebnis für mehrere Spielzeiten halten soll. Andererseits ist das große Format der Normalfall im Opernalltag.
Warum also sollten die Jungen, Talent und erfahrene Begleitung vorausgesetzt, immer nur im Studio oder für die Kleinsten produzieren dürfen?
Die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf/Duisburg geht nun mit gutem Beispiel voran: «Young Directors» heißt eine neue Plattform, unter deren Dach zwei junge Spielleiter des Hauses, Tibor Torell und Philipp Westerbarkei, zum ersten Mal eine Inszenierung für das große Haus erarbeiten konnten. Intendant Christoph Meyer gab den beiden einiges vor: Sie sollten sich den Abend teilen, keine Stücke aus dem Kanon wählen, mit einer kleinen Besetzung ohne Chor arbeiten. Zahllose Einakter wurden erwogen und verworfen, berichtet Dramaturgin Anne do Paço. Am Ende entschied man sich für zwei amerikanische Stücke: Elliott Carters «What next?», ein schwieriges Spätwerk des New Yorker Modernisten, und ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Ingo Dorfmüller
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