Mit Hand und Fuß
Ein Glöckchen ertönt, und wie von Zauberhand bewegt schieben sich neue Kulissenteile auf die Gassenbühne, während im Hintergrund ein anderer Prospekt abrollt: ein Verwandlungsakt, der etwas ganz Besonderes darstellt und sich im Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein noch einige Male wiederholen soll. Kein Wunder, besitzt das herzogliche Barocktheater doch eine einzigartige Bühnenmaschinerie aus dem 17. Jahrhundert, die nicht allein deshalb noch immer funktioniert, weil sie aufwendig restauriert worden ist, sondern ihre Existenz letztlich Josef Ritter von Gadolla verdankt, der am 4.
April 1943 die Stadt Gotha kampflos den Alliierten übergab und damit ihre Vernichtung verhinderte.
Auch im 20. Jahr des kleinen Festivals, das sich nach dem «Vater der deutschen Schauspielkunst» benennt, sorgen zehn Kulissenschieber für Abwechslung, lassen die Ballettkomödie «Le bourgeois Gentilhomme» auch äußerlich so erscheinen, wie sich Molière und Jean-Baptiste Lully das 1670 wohl vorgestellt haben: mit dem fünfköpfigen Barockorchester «Les musiciens fidèles» im Orchestergraben, das unter Leitung von Torsten Mann nicht zuletzt den Tänzern auf die Sprünge hilft. Denn getanzt wird zwischendurch ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Hartmut Regitz
Elisabeth Stöppler hat «Dialogues des Carmélites», eine der beklemmendsten Opern der klassischen Moderne, nicht auf den Kopf gestellt wie Dmitri Tcherniakov in seiner umstrittenen, von den Poulenc-Erben inkriminierten Münchner Inszenierung. Aber auch sie rückt das Stück um das historisch verbürgte Martyrium der 16 Karmelitinnen von Compiègne während der...
Das Gedankenspiel hätte ihm gefallen: Nach den Regeln der Quantenmechanik, meinte der Physiker Erwin Schrödinger 1935, könne eine Katze, die man in eine Kammer mit instabilen, sprich: potenziell strahlenden Atomen einschließe, gleichzeitig lebendig und tot sein. Warum? Weil man nicht weiß, wann genau die Kerne zerfallen und ihre radioaktive Energie freisetzen....
Einst träumte Perm davon, ein Zentrum der zeitgenössischen Kunst zu werden. Hoffte gar, irgendwann den Titel «Europäische Kulturhauptstadt» zu erringen. Doch das Projekt scheiterte. Heute wirkt selbst der ehemalige Flussbahnhof, in dem das Museum für Zeitgenössische Kunst untergebracht ist, heruntergekommen.
Aber es gibt immer noch das Diaghilev-Festival. 2012...
