Griechische Passion
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen: Dietrich Hilsdorf hat seine Inspiration zur szenischen Umsetzung der Johannes-Passion aus dem griechischen Dorf Lias mitgebracht. Eine gute, eine passende Chiffre für Besatzungs- und Bürgerkriegssituationen, an denen die griechische neuere Geschichte so traurigen Reichtum birgt.
Dieter Richters Bühnenbild bringt in stumpfem Weiß die Atmosphäre eines kargen griechischen Dorfplatzes so drastisch auf die Bühne des golderstickten Wiesbadener Staatstheaters, dass der Kontrast bei vollem Saallicht – es bleibt lange Minuten während der Vorstellung hell – kaum zu ertragen ist. «Johannes-Passion» als Passionstheaterspiel eines Dorfes, das von einem fremden Verführer zum Mord am Sohn des Tischlers angestachelt wird. Literarischer Hintergrund war für Hilsdorf die «Griechische Passion» von Nikos Kazantzakis, die bei Martin°u zur Oper wurde. Für Bach hat Hilsdorf den Partien der Johannes-Passion feste Rollen zugeordnet. Dass die Johannes-Passion aufgrund ihrer dramatischen Struktur und der dramatischen Volkschöre schon oft für halbszenische Umsetzungen oder Tanztheateradaptionen gut war, findet in Hilsdorfs Inszenierung eine genialische ...
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Die Demonstranten haben ein gewichtiges Anliegen. Stumm betreten sie mitten im Finale des «Fidelio»-Finales die Bühne des Nationaltheaters Weimar und halten dem Publikum ihre selbst gemalten Plakate und Transparente entgegen: «Stirbt Thüringens größter Indoor-Fasching?» und «Rettet unsere Uni-Mensa!» lauten die Fragen und Forderungen, die ihnen auf der Seele...
Merkwürdig – vielleicht beschreibt dieses abgenutzte Kompositum seine Aura am treffendsten. Die Vita und die Kunst eines Mannes, der im Puls seiner Heimat, der mährischen Provinz an der Grenze zur Slowakei, die Umrisse einer neuen Musik entdeckte. Merkwürdig im Wortsinn ist nicht nur das an schrulligen Wendungen reiche Leben des unsteten Einzelgängers, der oft Mühe...
