Griechische Passion

Wiesbaden, Bach: Johannes-Passion

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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen: Dietrich Hilsdorf hat seine Inspiration zur szenischen Umsetzung der Johannes-Passion aus dem griechischen Dorf Lias mitgebracht. Eine gute, eine passende Chiffre für Besatzungs- und Bürgerkriegssituationen, an denen die griechische neuere Geschichte so traurigen Reichtum birgt.

Dieter Richters Bühnenbild bringt in stumpfem Weiß die Atmosphäre eines kargen griechischen Dorfplatzes so drastisch auf die Bühne des gold­erstickten Wiesbadener Staatstheaters, dass der Kontrast bei vollem Saallicht – es bleibt lange Minuten während der Vorstellung hell – kaum zu ertragen ist. «Johannes-Passion» als Passionstheaterspiel eines Dorfes, das von einem fremden Verführer zum Mord am Sohn des Tischlers angestachelt wird. Literarischer Hintergrund war für Hilsdorf die «Griechische Passion» von Nikos Kazantzakis, die bei Martin°u zur Oper wurde. Für Bach hat Hilsdorf den Partien der Johannes-Passion feste Rollen zugeordnet. Dass die Johannes-Passion aufgrund ihrer dramatischen Struktur und der dramatischen Volkschöre schon oft für halbszenische Umsetzungen oder Tanztheateradaptionen gut war, findet in Hilsdorfs Inszenierung eine genialische ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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