Gib dem Affen Zucker

München, Bayerische Staatsoper, Verdi: Rigoletto

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Eigentlich hätte es umgekehrt sein müssen: Rigoletto ist der Affe, der, dem Protagonisten in Kafkas «Bericht für eine Akademie» ähnlich, einem Herzog von Mantua und seinen Hofschranzen den Spiegel vorhält, der zugleich kritischer Geist und Teil des Systems, Opfer und Täter ist. Doch Doris Dörrie wollte für das angeblich neu zu gewinnende Zielpublikum der Zwanzig- bis Drei­ßig­jäh­rigen partout den «Planeten der Affen» zitieren.

Also lässt sie Rigoletto samt Tochter auf eben diesem als Astronaut stranden, während sich im Hintergrund stilisierte Planeten immer wieder effektvoll – und doch nie mit der technischen Brillanz eines modernen Science-Fiction-Films – aus der Weite des Universums nähern. Dass neben der Raumkapsel, der Gilda schließlich entsteigt, auf der Rundtreppe der Drehbühne die ausgebrannten Ruinen berühmter Opernhäuser stehen (der Met und Sydneys etwa; die dominante und voll intakte Bayerische Staatsoper leuchtet groß und blau in der Farbe des im Programmheft allgegenwärtigen Haupt­sponsors), das soll wohl heißen: Passt auf, dass unsere Opernkultur nicht vor die Hunde geht, oder besser – vor die Affen!
Über einen lähmend langen ersten Akt hinweg sehen wir dann, wie sich ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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