Ein Theaterleben
Über die Entscheidung der «Opernwelt»-Kritiker, für die vergangene Spielzeit das «Deutsche Stadttheater» zum «Opernhaus des Jahres» zu erheben, konnte er noch zufrieden und still lächeln.
Claus Leininger wusste, dass diese Wahl eines Tages so ausfallen würde: Als Intendant des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen von 1977 bis 1986 und danach des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden von 1986 bis 1994 hatte er hinreichend bewiesen, wie wichtig die Arbeit der kleinen und mittleren Theater und Musikbühnen in den kleineren und mittleren Städten sein kann: als künstlerisches Zentrum für eine kulturbewusste Bürgerschaft, von dem aber auch Impulse für die ganze deutsche Musik- und Theaterlandschaft ausgehen können.
Das Musiktheater im Revier avancierte unter Leininger zu einem der profiliertesten Opern-Theater-Häuser des Landes. Für die Sängerin Carla Henius, die «Muse Luigi Nonos», richtete er eigens eine «musik.theater.werkstatt» ein, die er dann inklusive Sängerin auch mit nach Wiesbaden nahm. Das Wiesbadener Dreispartenhaus gewann unter Leiningers Intendanz in kurzer Zeit ein erstaunlich modernes Profil. Der damals noch junge Regisseur Dietrich Hilsdorf stand, neben anderen, für ...
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Im Westen nichts Neues. Nach wie vor ungewiss bleibt die Zukunft des Saarbrücker Staatstheaters. Ungeachtet des massiven öffentlichen Protests besteht der saarländische Kultusminister Jürgen Schreier auf der drastischen Reduktion des Theateretats um (fast) 25 Prozent (von derzeit 24,5 auf 18,5 Millionen Euro) bis 2009, die das Haus praktisch in die Knie zwingen...
Das hätte gerade noch gefehlt. Ein «gewisser Goethe aus Frankfurt, seiner Hantierung nach Dr. Jurist, 23 Jahre alt, einziger Sohn eines reichen Vaters» habe sich bei einem Ball auf dem Lande an sein Mädchen herangemacht, schrieb Johann Christian Kestner 1772 aus Wetzlar einem Freund. «Ich konnte erst nachkommen und ritt dahin. Mein Mädchen fuhr also in einer...
Giacomo Puccinis «Madama Butterfly» war immer wieder dem Verdacht ausgesetzt, mehr Kitsch und Operette als große Oper zu bieten. Die Nürnberger Neuproduktion räumt gründlich mit dieser Fehlinterpretation auf – und zwar szenisch wie musikalisch. Dass die Premiere mit der zweiten Amtseinführung von George W. Bush zusammenfiel, war sicher ein Zufall, aber...
