Gestochen scharf
Mozart schrieb sein einziges Oratorium «Betulia liberata» im Frühsommer 1771 zwischen der ersten und zweiten Italienreise. Der Auftrag kam aus Padua, dort wurde das Werk aber nie aufgeführt. Das über 50 Mal, zuletzt 1821 von Antonio Salieri vertonte Libretto der für die Karwoche bestimmten «Azione sacra» stammt von Metastasio.
Der vielfach in Literatur, Malerei und Musik behandelte alttestamentarische Stoff beruht auf dem apokryphen «Buch Judith»: Die schöne Witwe rettet ihre Heimatstadt Betulien, indem sie unbewaffnet ins Lager der Assyrer geht, deren General Holofernes umgarnt und ihn anschließend mit seinem eigenen Schwert tötet.
In Metastasios handlungslosem Libretto, das sich formal kaum von einer Oper unterscheidet, herrscht allerdings statt Aktion Statik, statt Emotion moralische und religiöse Reflexion. An Händels biblische Oratorien und ihre chorische Dramatik darf man nicht denken. Ein rezitativischer Disput zwischen Ozia und dem assyrischen Überläufer Achior über den wahren Gott dauert bleierne sechs Minuten, und selbst Judiths langatmiger Bericht ihrer Tat über ausgehaltenen Accompagnato-Streicherakkorden bleibt blass.
Mozart, dem es in seinen zur selben Zeit für ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Uwe Schweikert
alpha
14.03. – 21.30 Uhr
Der Goggolori – Eine Oper wird geschrieben
14.03. – 22.10 Uhr
Hiller: Der Goggolori
Die «bairische Mär mit Musik in acht Bildern und einem Epilog» auf ein Libretto von Michael Ende wurde ein Jahr nach der erfolgreichen Uraufführung 1985 am Staatstheater am Gärtnerplatz aufgezeichnet.
ML: Schick, I: Meyer-Oertel, S: Fürst, Weckert, Klepper,...
Um die Welt zu verstehen, ihren Lauf, ihre wahnwitzigen Wendungen, empfiehlt sich von Zeit zu Zeit ein geneigter Blick in den Wirtschaftsteil einer seriösen Tageszeitung, sagen wir: der «SZ». Da las man Anfang Februar mit staunenden Augen, dass Hegdefonds an der New Yorker Wall Street binnen weniger Tage umgerechnet 16,6 Milliarden Euro verloren hatten, weil...
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