Geschüttelt und berührt
Der Bariton Konstantin Krimmel gehört zu den jungen Stimmen, die während der Corona-Zeit kometengleich am Musikhimmel aufstiegen. Noch vor dem Abschluss seines Gesangsstudiums an der Stuttgarter Musikhochschule überraschte er 2019 mit einer hinreißenden Balladen-CD. Inzwischen ist er an der Münchner Staatsoper engagiert, auf der Opernwie der Konzertbühne etabliert und hat im letzten Jahr mit seiner Aufnahme von Schuberts «Die schöne Müllerin» bewiesen, dass er den Eierschalen eines Nachwuchskünstlers längst entwachsen ist.
Jetzt kehrt er mit seiner jüngsten CD «Mythos» erneut zur Ballade zurück, konzentriert sich diesmal mit vierzehn Liedern aber ausschließlich auf zwei fast gleichaltrige Meister, von denen Franz Schubert als Inbegriff der poesievollen Romantik, Carl Loewe als Vertreter der Biedermeier-Idyllik gilt.
Krimmel schüttelt diese Schubkästen heftig durcheinander: in der Auswahl der Stücke, die den eigentlich aufs Balladeske festgenagelten Loewe auch als Lyriker vorstellt, mehr aber noch in der Art, wie er die Lieder präsentiert. Schuberts «Der König in Thule» nimmt Krimmel deutlich langsamer als üblich, ohne jedes Pathos trägt er die Ballade vor, mit leichter Stimme fast ...
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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 49
von Uwe Schweikert
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