Wenn der Kontrabassist zur Trompete greift

Über die Unmöglichkeit von Kommunikation: Bei den Bregenzer Festspielen wurde Ondřej Adámeks «Connection Impossible» uraufgeführt

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Gerade sechs Wochen ist es her, da erlebte Ondřej Adámeks Oper «INES» in Köln seine Uraufführung. Sie verschränkte die Realität einer atomaren Katastrophe mit dem Mythos von Orpheus und Eurydike. Nun hat der offenbar bienenfleißige Komponist im Rahmen der Bregenzer Festspiele ein weiteres neues Opus auf die Bühne gebracht, wie in Köln unter eigener musikalischer Leitung und Einstudierung. Mehr noch: «Unmögliche Verbindung» entstand in enger Zusammenarbeit mit einem der herausragenden Pionier-Ensembles der Neuen Musik, dem «Ensemble Modern» aus Frankfurt.

Der Komponist Adámek gilt als Multitalent. Der gebürtige Prager und heutige Wahlberliner reflektiert in seinen Arbeiten mannigfaltige globale Einflüsse und bedient sich für seine ausgetüftelten Klangfarben-Mischungen einer Fülle von Techniken und Instrumenten, die über das Übliche weit hinausreichen. So entwickelte er in jahrelanger experimenteller Arbeit das installative Musikinstrument «Airmachine», eine mechanische Apparatur, zusammengestellt unter anderem aus Gummihandschuhen, Hupen und Schläuchen. Auf der Bregenzer Werkstattbühne erschafft er neue Klangwelten nun allein mit den performativen Möglichkeiten seiner Mitwirkenden, ...

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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Regine Müller

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