Wenn der Kontrabassist zur Trompete greift

Über die Unmöglichkeit von Kommunikation: Bei den Bregenzer Festspielen wurde Ondřej Adámeks «Connection Impossible» uraufgeführt

Opernwelt - Logo

Gerade sechs Wochen ist es her, da erlebte Ondřej Adámeks Oper «INES» in Köln seine Uraufführung. Sie verschränkte die Realität einer atomaren Katastrophe mit dem Mythos von Orpheus und Eurydike. Nun hat der offenbar bienenfleißige Komponist im Rahmen der Bregenzer Festspiele ein weiteres neues Opus auf die Bühne gebracht, wie in Köln unter eigener musikalischer Leitung und Einstudierung. Mehr noch: «Unmögliche Verbindung» entstand in enger Zusammenarbeit mit einem der herausragenden Pionier-Ensembles der Neuen Musik, dem «Ensemble Modern» aus Frankfurt.

Der Komponist Adámek gilt als Multitalent. Der gebürtige Prager und heutige Wahlberliner reflektiert in seinen Arbeiten mannigfaltige globale Einflüsse und bedient sich für seine ausgetüftelten Klangfarben-Mischungen einer Fülle von Techniken und Instrumenten, die über das Übliche weit hinausreichen. So entwickelte er in jahrelanger experimenteller Arbeit das installative Musikinstrument «Airmachine», eine mechanische Apparatur, zusammengestellt unter anderem aus Gummihandschuhen, Hupen und Schläuchen. Auf der Bregenzer Werkstattbühne erschafft er neue Klangwelten nun allein mit den performativen Möglichkeiten seiner Mitwirkenden, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Achtung, Ironie!

Lieber Freund, man greift nicht nach den Sternen», ermahnt Angèle in Franz Lehárs «Graf von Luxemburg» den Baron von Reval alias René, auch Graf von Luxemburg genannt. Wir schreiben das Jahr 1909, Lehár knüpft mit dieser Operette an den Welterfolg seiner «Lustigen Witwe» (1905) an. Sieben nicht ganz so goldene Jahre später – der Erste Weltkrieg erschüttert bereits...

Der Schmetterling als Adler

Wien, der 22. März 1822. Sieben Jahre nach Ende jenes berühmten Kongresses, der die Kraftverhältnisse in Europa noch einmal kräftig und nicht zu Gunsten aller Beteiligten neu ordnete, betritt ein Künstler die Stadt, der Kakaniens Kapitale mit seinem Esprit in Erstaunen und Verzückung setzen wird. Und Giaochino Rossini ist – begleitet von einer bunten Sängerinnen-...

Drama in Zeitlupe

Vielleicht hat es Yniold schon mal bis zum Remis geschafft. Und ob seine Armee aktuell auf Sieg steht: Wir werden es nie erfahren nach der wütenden Handbewegung, mit der Papa Golaud alle Schachfiguren vom Tisch fegt. Es ist erstaunlich, wie der kleine Thronfolger in dieser kaputten Familie alles bewältigt – auch wenn er sich ab und zu traumatisiert unter den Tisch...