Gesänge der Traurigkeit
Sein Name dürfte wohl nur Eingeweihten etwas sagen. Ennio Porrino spielte in der italienischen Musikszene zeitlebens keine besonders hervorgehobene Rolle. Über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus erlangte nur das 1934 in Rom uraufgeführte, seiner sardischen Heimat zugeeignete symphonische Poem «Sardegna» eine gewisse Bedeutung; so nahm sich unter anderem der legendäre Leopold Stokowski dieses Werks an.
Porrinos Oper «I Shardana» sucht man vergebens auf den Spielplänen europäischer Opernhäuser, ebenso völlig im Dunkeln lag bislang das Liedschaffen dieses 1910 in Cagliari geborenen Komponisten.
Allein deswegen muss man das vorliegende Album, das den Titel von Porrinos gleichnamigem Zyklus trägt («I Canti dell ’Esilio»), als Gewinn einstufen. Im Kolorit erinnert vieles an die Lieder seines Lehrers Ottorino Respighi. Doch neigt Porrino, im erkennbaren Gegensatz zu Respighi, zu einer Simplizität der musikalischen Textur, die entfernt an die Werke eines Valentin Silvestrov oder Arvo Pärt gemahnen: Die Melodien sind von schlichter Eingängigkeit und Anmut (jedoch nicht zwingend Schönheit), die harmonischen Strukturen beinahe einfältig, naiv, kurz: überschaubar. Den tonalen Rahmen ...
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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Medien, Seite 40
von Olga Myschkina
Jupiter ruft im zweiten Akt das olympische Dienstpersonal auf, seinem unsterblichen Sohn Pollux vorzuführen, worauf dieser für immer verzichten will. Der aber ist verzweifelt entschlossen, seinen sterblichen Zwillingsbruder aus der Unterwelt zurückzuholen, selbst um den Preis der eigenen Göttlichkeit. Mit Blumenkränzen, Tanz und verführerischer Musik suchen Hébé...
Claudio Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» bedarf keiner speziellen Aktualisierung. Es ist praktisch unmöglich, angesichts des Machthabers Nero nicht ohnehin an den einflussreichsten Politiker der aktuellen westlichen Welt zu denken. Wer dem römischen Kaiser widerspricht, wer sich bei seinen aus dem Moment geborenen Plänen als unelastisch erweist, muss weg.
De...
arte
06.06. – 21.45 Uhr
Mozarts Requiem in der Sagrada Família
Das Symphonieorchester und der Chor des Gran Teatre del Liceu (Einstudierung: Pablo Assante) bringen Mozarts d-Moll-Requiem unter Leitung von Giovanni Antonini in Barcelonas berühmtem Wahrzeichen zur Aufführung.
06.06. – 22.35 Uhr
Tenor – Die Geschichte von Pene Pati
Der Film erzählt die Geschichte des...
