Gerne populär
Gergely Kesselyák weiß genau, wohin er will mit dem «Operafesztivál», das er vor 18 Jahren in der ehemaligen Eisen- und Stahlstadt Miskolc mit aus der Taufe zu heben half: Leicht zugängliche Stücke aus unserer Zeit sollen Besucher in den Nordosten Ungarns locken, Opern mit süffigen Melodien und klarer Handlung. Anleihen bei Musical, Rock- und Popmusik sind ausdrücklich erwünscht.
Natürlich, der Name «Bartók Plusz» besagt es, wird die Stimme Béla Bartóks auch künftig nicht im Programm fehlen, zumal in Gestalt seiner drei Bühnenwerke: «Herzog Blaubarts Burg» (diesmal mit der Ungarischen Nationalphilharmonie unter Zsolt Hamar, mit András Palerdi als Herzog und Andrea Rost als Judith), «Der holzgeschnitzte Prinz» und «Der wunderbare Mandarin». Doch was früher als Gastspielforum für Musiktheater aus Osteuropa konzipiert war, wirkt heute eher wie ein Klassentreffen vorwiegend einheimischer Kräfte.
Seit 2011 zeichnet Kesselyák, ein in Budapest vielbeschäftigter Dirigent, der nebenbei komponiert und Regie führt, für die künstlerische Entwicklung der zehntägigen Juni-Festspiele verantwortlich. Und muss Jahr für Jahr lavieren, weil die vom Staat und von der 160 000-Einwohner-Kommune ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Albrecht Thiemann
Herr Vandenhouwe, wozu braucht man eigentlich Musikdramaturgen?
Wenn man zum Beispiel mit Schauspielregisseuren oder Choreografen arbeitet, die keine Erfahrung mit Oper haben, muss jemand da sein, der sie auf die Besonderheiten des Musiktheaters vorbereitet ...
Also Künstler wie Johan Simons, der zwar keine Noten liest, aber Beethovens «Fidelio», Wagners...
Die Bühne stellt das aufgeschnittene Untere eines Schiffsrumpfs dar, oder eine sehr große Halfpipe. Nicht einfach, da hineinzurutschen; noch schwerer, wieder herauszukommen. Von oben, vom Rand aus, ist es ein Abgrund. Mit Michael Thalheimers Konzept für seinen «Macbeth» an der Opera Vlaanderen hat das zu tun, insofern Henrik Ahrs streng geteilter Raum eine rigide...
Für viele war er der Größte, für nicht wenige eine Zumutung. Wer sich die Oper als Museum wünscht, als Schaukasten einer zum Hort des maßlos Schönen verklärten Vergangenheit, findet in der verschwenderischen Opulenz, die Franco Zeffirelli auf der Bühne wie auf der Leinwand kultivierte, genau jenen vermeintlich historisch korrekten Glanz der Oberfläche, der die...
