«Gehen, ohne irgendwohin zu gelangen»
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Am 28. August ging auf dem Grünen Hügel zu Bayreuth eine Ära zu Ende: An diesem Tag wurde Wolfgang Wagner offiziell als Leiter der Festspiele verabschiedet. Achtundfünfzig Spielzeiten hatte der inzwischen 89-Jährige maßgeblich geprägt. Seit dem Tod seines Bruders Wieland 1966 beherrschte er zweiundvierzig Jahre allein das Geschehen im Festspielhaus. Insgesamt 1706...
Die Schreibmaschine ist schön. Weil sie Erinnerungen weckt an eine Zeit, in der Wörter noch gleichsam eingemeißelt wurden. Altes Modell, vielleicht eine Olympia aus den sechziger Jahren. Vor ihr Anna Samuil, in grauer Leinenhose und lindgrüner Bluse, im Schneidersitz, auf dem Boden hin- und herwogend wie ihre Seele. Soll ich? Soll ich nicht? Ja, sie soll. Und man...
In der russischen Literatur wimmelt es von passiven Anti-Helden. Der berühmteste, Oblomow, hat Eingang in den psychiatrischen Jargon gefunden: als willensschwacher, apathischer Neurotiker. Zu Oblomows Geistesverwandten gehört auch die Hauptfigur in Gogols «Heirat» von 1842: Podkoljossin trägt sich mit Gedanken an die Ehe, kann aber nur mit Mühe von der...
