Fremder Bruder Tod

Berlin, Mozart: Requiem

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Jeder stirbt für sich allein. Der Tod macht hilflos, sprachlos. Auf dem Weg vom Hier zum Dort ist der Mensch auf sich zurückgeworfen. Egal, woher er kommt. Egal, wo er steht. Egal, wer bei ihm ist. Wenn das sichere Ende naht, hilft nur noch Gott. Oder die Musik. Oder gar nichts. Denn der Tod ist auch banal, das Sterben eine ziemlich triviale Sache. Ein Geschäft zum Beispiel.
An einer Stelle seines mit Texten von Armin Petras und Jan Kauenhowen ins Jetzt transponierten Totentanzes an der Komischen Oper lässt Sebastian Baumgarten einen Dialog aus einem Bestattungsunternehmen einspielen.

Eine nette Frauenstimme erläutert Leis­tungen und Kosten des Rundum-Service: Trauerredner, Urnengröße, Blumenschmuck etc. Später stecken die Schauspieler Herbert Fritsch, Irm Hermann und Kathrin Angerer einen Pappsarg zusammen, zum Probeliegen. Ein gewisser Manfred (Hendrik Arnst) schwadroniert auf dem Krankenbett in Berliner Prolljargon mit seinem Tumor. Leichensäcke werden per Fließband entsorgt. Mit dem liturgischen Pathos des Mozart’schen «Requiems», dessen vierzehn Teile die dreiundzwanzig Szenen des knapp zweistündigen Abends musikalisch akzentuieren, hat all dies scheinbar wenig zu tun. Und dann ...

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Opernwelt November 2008
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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