Geheimes Zentrum

Hans Christoph Begemann und Thomas Seyboldt feiern den Liedkomponisten Wolfgang Rihm

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Neben Aribert Reimann hat sich kein deutscher Komponist so konsequent mit dem Klavierlied auseinandergesetzt wie Wolfgang Rihm. Erste Versuche sind von dem 13-Jährigen überliefert. Mit «Abendwolken» auf ­einen Text von Ludwig Uhland (unaufgeführt und unveröffentlicht, aber wohl archiviert) betrat der Karlsruher einen Kontinent, der ihm ein halbes Jahrhundert später immer noch ausreichend weiße Flecken zur Erkundung bereitzuhalten scheint, bemisst man seine Produktivität in dieser Gattung.

Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Herausgeber des Bandes «Etwas Neues entsteht im In­einander» über Wolfgang Rihms Liedvertonungen (Rombach-Verlag 2012), hält diese gar für «das geheime Zentrum seines Schaffens».

Der Musik-Goethe unserer Tage, einschüchternd des Tons und des Worts mächtig, dabei von unerschütterlicher Freundlichkeit, hat mit der Wahl der Texte für seine Lieder von Beginn an besondere Herausforderungen gesucht: nämlich in der literarischen Komplexität und semantischen Aufgeladenheit, die Autoren wie Heiner Müller, Paul ­Celan, Petrarca, Hölderlin, Nietzsche, aber auch Schiller und Goethe bereithalten. Sein Verständnis des Wort-Ton-Verhältnisses skizziert Rihm selbst so: «Text und Musik ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 43
von Götz Thieme

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