Leertheater

Mozart: Idomeneo Mannheim / Nationaltheater

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In «Idomeneo», seiner vielleicht radikalsten, jedenfalls vor innovativer Musik geradezu berstenden Oper, zeigt Mozart das Psychodrama eines traumatisierten Kriegsheimkehrers und träumt zugleich eine Aufklärungs­utopie. Auf der Rückfahrt vom trojanischen Krieg ­gerät Idomeneo in einen Sturm und gelobt Neptun, denjenigen zu opfern, der ihm als Erster nach der Heimkehr begegnet. Es ist sein Sohn Idamante. Er sucht die Tat hinauszuzögern, aber unerbittlich fordern der Oberpriester und das Volk den Vollzug.

Erst als Ilia, die im Krieg ihren Vater verloren hat, bereit ist, für Idamante zu sterben, verkündet ein Orakel, die Kraft der Liebe habe den Gott besänftigt.

Ingo Kerkhof, der Regisseur der Mannheimer Neuinszenierung, glaubt nicht an diese Utopie. Bei ihm liegen, während vom Balkon des Auditoriums herab der jubelnde Schlusschor erklingt, alle Beteiligten tot am Boden. Allein Idomeneo sitzt, wie schon zu Beginn, mit Krone und Mantel in einem Stuhl und starrt das riesige dunkle Gemälde an, das – Himmel und Meer zugleich – die Bühne nach hinten abschließt. Nur einmal, nach seiner von Mirko Roschkowski recht holprig gesungenen großen Arie vom Meer, das in seinem Herzen wütet, hat er ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Uwe Schweikert

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