Geheime Leidenschaften
Ganz Berlin witzelte über die vielen Posaunen und über den großen Elefanten in den Prachtaufzügen dieser Oper […]. Die Enthusiasten aber riefen: ‹Hosianna! Spontini ist selbst ein musikalischer Elefant! Er ist ein Posaunenengel!›» Mit diesen Worten zeichnete Heinrich Heine 1822 anlässlich einer Aufführung von Spontinis «Olympie» das (bis heute nicht vollends verblasste) Bild eines Komponisten der materiellen Überwältigung.
Berlioz, der wohl größte Spontini-Enthusiast (vor allem dessen «Vestale» hob er in den Himmel) wünschte sich wohl auch jenes, den Raum zum Erzittern bringende «puissant orchestre» für die als epochal neu empfundenen Werke des Staatskomponisten. Aber er hatte auch ein Ohr für die sensiblen kammermusikalischen Strukturen, für die «sprechenden» Soloinstrumente, für das geheime Vibrieren der intimen Leidenschaften als Kehrseite der heroischen Affekte. So schreibt er nicht lange über die große Szene exuberanter Leidenschaften der unmittelbar vor dem tödlichen Sakrileg stehenden Vestalin im zweiten Akt, sondern über deren instrumentalen piano-Schluss, in dem sich die Motive des Aufbegehrens gegen die «gnadenlosen Götter» und der Ergebung ins Liebesschicksal in der ...
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Opernwelt August 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 35
von Klaus Heinrich Kohrs
Frau Garanča, wie viele Sprachen beherrschen Sie eigentlich?
Sechs.
Und warum sprechen Sie so bestechend gut Deutsch?
Deutsch habe ich in Deutschland gelernt. 1999, als ich ans Staatstheater Meiningen kam. Gezwungenermaßen, würde ich fast sagen. Da musste ich mir Deutsch beibringen. Nicht, dass ich gezwungenermaßen nach Meiningen kam! (lacht) Ich war ja sozusagen...
In Freundschaft» lautet das Motto der diesjährigen Musikfestspiele Potsdam. Freundschaftlich verbunden sind sich auch die Helden in Marc-Antoine Charpentiers szenischem Oratorium «David et Jonathas», einer Koproduktion mit der Opéra Royale de Versailles. David, furchtloser Bezwinger des Riesen Goliath, und Königssohn Jonathas gehören verfeindeten Lagern an – den...
Hier ende die vom Maestro unvollendet gelassene Oper, weil der Maestro an dieser Stelle gestorben sei. So die Worte, die Arturo Toscanini dem perplexen Publikum der Mailänder Scala am Ende der Uraufführung von Giacomo Puccinis «Turandot» zugerufen haben soll. Nach dem Opfertod der standhaften Dienerin Liù hatte der Dirigent den Taktstock niedergelegt. Er tat dies...
