Gedankenlyriker, Dramatiker, Kosmopolit
Musik spielte im Leben wie im Werk Goethes eine zentrale Rolle, von den anakreontischen Liedern des jungen Leipziger Studenten bis zu den opernhaften Elementen im großen Alterswerk, dem zweiten Teil des «Faust». Als Weimarer Theaterdirektor war Goethe nicht nur für das Schauspiel, sondern auch für die Oper zuständig. Hausmusik gehörte zu seinem Alltag: Goethe spielte Klavier, und gar nicht schlecht. Und der Naturwissenschaftler Goethe beschäftigte sich sogar mit der Tonlehre.
Nichts von alledem finden wir bei Schiller, dem anderen der beiden Weimarer Dioskuren.
Lapidar heißt es in der Lebensbeschreibung seiner Schwägerin Karoline von Wolzogen: «Die Musik wirkte nur dunkel auf ihn, er hatte sie nie geübt; aber er sagte, dass sie seine dichterischen Stimmungen angenehm belebe.» Was mit Letzterem gemeint war, hat der Freund Andreas Streicher genauer erläutert: nämlich dass Schiller nicht nur durch die berühmt-berüchtigten faulen Äpfel poetisch stimuliert, sondern «durch Anhören trauriger oder lebhafter Musik außer sich selbst versetzt wurde, und dass es nichts weniger als viele Kunst erforderte, durch passendes Spiel auf dem Klavier, alle Affekte in ihm aufzureizen.»
Schiller – ...
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