Ganz vorne in der zweiten Reihe
Auch wenn Hans Günter Nöcker eigentlich ein pragmatischer, eher unsentimentaler Mensch ist, dieser Toast auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper zu seinem 75. Geburtstag am 22. Januar 2002 rührte den Herrn Kammersänger zu Tränen, hatten doch alle Anwesenden spontan in das «Happy Birthday» von Chor und Solisten auf der Bühne des Nationaltheaters nach dem Ende der «Verkauften Braut» eingestimmt: «Ein gewaltiger Eindruck auf dieser Riesenbühne vor zweitausend Zuhörern».
Das Publikum freilich wusste, wen es da feiert, denn in München hat Nöcker über vierzig Jahre lang – von 1960 bis zum 1. Dezember 2003, als er sich in der Rolle des Krusina aus der «Verkauften Braut» von der Bühne verabschiedete, die großen Rollen des dramatischen Bariton-Fachs gesungen – und nicht nur die: Scarpia und Onegin, Holländer, Telramund, Gunther und Klingsor, Jochanaan, Orest, Mandryka und den Jupiter in «Die Liebe der Danae», Lindorf, Coppelius, Mirakel, Dapertutto im «Hoffmann», immer wieder bis ins hohe Alter den Vater in «Hänsel und Gretel», aber auch Sachs und – erst relativ spät, aber mit umso größerem Erfolg – 1979 den Beckmesser an der Seite Dietrich Fischer-Dieskaus, «für mich der größte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer Robert Dean Smith nicht bei seinem Tristan-Debüt in Bayreuth und auch nicht im Rundfunk erlebte, kann dies nun auf der bei Oehms Classics erschienenen Best-of-CD nachholen. Dass das Vergnügen nicht so ungetrübt ist wie auf der Festspielbühne, liegt einerseits daran, dass sich die Stimme in der Bayreuther Akustik leuchtender entfaltete, dort wie die von James...
Wer eine zyklische Aufführung von Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» besucht hat, kennt sicher das Gefühl: Von Abend zu Abend wird man stärker in das Geschehen auf der Bühne hineingezogen. Die Figuren des Weltendramas erscheinen einem immer vertrauter: Wotan, Fricka, Brünnhilde, Siegmund und Sieglinde, Siegfried und Brünnhilde – alles gute Bekannte....
Drei Jahrzehnte ist es nun her, dass Hans Werner Henze das «Cantiere Internazionale d’Arte» ins Leben rief. Im Sommer 1976 fanden die ersten Veranstaltungen in Montepulciano statt. Damals waren Riccardo Chailly und Volker Schlöndorff zu Gast. Ferner bemühte man sich intensiv um die «Volksbildung». Der Geiger Jesse Hawkins spielte Bach-Partitas für Bauarbeiter, und...
