Editorial
Der Austausch von Opernproduktionen ist ein Phänomen, das immer weitere Kreise zieht, aber nur selten thematisiert wird. Für die einen (wie Stephane Lissner, den Intendanten von Aix-en-Provence und der Scala) verbindet sich damit eine Sicherung der Zukunft; für andere (wie den Stuttgarter Opernchef Klaus Zehelein) droht das Gespenst der Gesichtslosigkeit. Von den verschiedenen Aspekten des Themas ist der finanzielle der simpelste. Gegen das Sparen via Koproduktion lässt sich grundsätzlich wenig sagen, im Detail jedoch viel.
Denn was heißt Koproduktion? Der ästhetische Aspekt entscheidet – letztlich auch über die Frage, was sich unter Spardruck verantworten lässt und was nicht. Konkret: Ob eine Koproduktion gelingt, zeigt sich bei der zweiten, der «verpflanzten» Aufführungsserie.
Das Theatergesetz, das für sie gilt, bleibt unerbittlich: Das choreografische Element einer Aufführung ist übertragbar; die Motivation, die dahinter steht, kaum. Wenn der Weg zum Ziel wegfällt, wirkt das Ergebnis schal. Was selbstverständlich die musikalische Arbeit einschließt. Mit anderen Worten: Der Weg bleibt dem künstlerischen Resultat eingeschrieben und bestimmt wesentlich den Erfolg. Ästhetische ...
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