Fünfzackiger Stern
In Moskau mit seinen elf Millionen Einwohnern gibt es fünf Opernhäuser, und sie sind fast jeden Abend sehr gut besucht. Doch die fünf Zacken des Moskauer Opernsterns strahlen nicht alle gleich intensiv. Drei Häuser kann man ohne weiteres große nennen, während die beiden übrigen verhältnismäßig kleine Spielstätten haben, obwohl sie über eine recht große Truppe verfügen.
Natürlich nimmt das Bolschoi den ersten Platz ein – es ist das älteste Theater, seine bisher noch nicht vollständig aufgezeichnete Geschichte begann vor mehr als zweihundertfünfundsiebzig Jahren.
Sein Gebäude mit zweitausend Sitzplätzen ist eines der schönsten Opernhäuser der Welt. Vor einigen Jahren entstand neben dem majestätischen alten Haus am Theaterplatz in Moskau die so genannte Neue Bühne – ein Saal mit achthundert Plätzen, dessen Decke, wenig angebracht, mit Kopien von Bakst-Kostümen aus den Zeiten der Russischen Saisons in Paris versehen wurden, während das Foyer den Charme eines sowjetischen Kulturhauses ausstrahlt. Solange das große Haus restauriert und geschlossen sein wird (mindestens bis 2008), finden alle Aufführungen auf der Neuen Bühne statt, die sich die Oper natürlich mit dem Ballett teilen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Noch vor der Ouvertüre baumelt ein riesiges Weihrauchfass über die Bühne. Dann verschwindet es, um erst in der letzten Szene wieder aufzutauchen. Es liegt im zersplitterten Bühnenboden – eine Bruchlandung. Natürlich ist das symbolisch gemeint. Natürlich ist eine solche Klammer zwischen Anfang und Ende immer wirkungsvoll. Doch zu retten ist dieser Abend mit solchen...
West-Berlin, Akademie der Künste, 29. Januar 1981. Eine bis dahin noch nie in Erscheinung getretene Gruppe um den Regisseur Henry Akina zeigt Poulencs «Voix humaine», Ned Rorems «Poems of Love and Rain» und Janáceks «Tagebuch eines Verschollenen». Der Spiritus Rector inszeniert, die musikalische Leitung hat Ivan Törzs. Drei Novitäten auf dem Berliner Spielplan....
Das neunzehnte Jahrhundert konnte mit Mozarts und da Pontes scuola degli amanti nicht viel anfangen. Ihre tragikomische Versuchsanordnung über die regellose Macht des Eros und die Fragilität der Liebe galt als unschickliche Trivialität. Ein Genie habe da seine «himmlisch süßen Melodien» an «ein ... elendes Machwerk von Text» verschwendet, glaubten nicht nur die...
