Frühlingsgefühle
Bedřich Smetana ist im kollektiven Musikgedächtnis als Komponist der «Moldau», dem prominentesten Teil des symphonischen Zyklus «Má vlast» (Mein Vaterland) abgespeichert. Aus Smetanas Opernschaffen hat eigentlich nur die «Verkaufte Braut» ihren Weg ins Kernrepertoire gefunden. Und die scheint derzeit aus der Mode gekommen, von den großen Häusern brachte zuletzt die Bayerische Staatsoper in München 2018 eine Neuproduktion heraus.
Vielleicht ändert sich das nun, angeregt durch die Feierlichkeiten zu seinem 200. Geburtstag.
Smetana wurde 1824 als Sohn eines Bierbrauers in Litomyšl in Ostböhmen geboren. In dem von sanft hügeliger Landschaft umgebenen malerischen Städtchen findet alljährlich ein Festival zu seinen Ehren statt; in diesem Jahr ist es wegen des runden Geburtstags üppiger ausgestattet als sonst und bringt innerhalb von vier Wochen unter anderem auch sämtliche acht Opern Smetanas auf die Bühne.
Litomyšls größten Platz mit malerischen Laubengängen schmückt ein Smetana-Denkmal, neben dem imposanten Renaissance-Schloss befindet sich die ehemalige Bierbrauerei von Smetanas Vater, die elterliche Wohnung ist für Besucher blitzblank herausgeputzt. Die größeren Aufführungen des ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Regine Müller
Im StaatenHaus, der Ausweichspielstätte der Kölner Oper, sieht es aus wie in einem Atommüll-Lager. Die Ausstatterin Patricia Talacko nutzt die Nähe zwischen Publikum und Kunst und bettet das Zuschauerpodest zwischen weiße Plastiksäcke. Noch nie wirkte Weiß so giftig. Mit gespitzten Ohren ist zu erahnen, dass das nervige Gemurmel im Hintergrund aus Lautsprechern...
Das Diaghilev-Festival in Perm, 2003 gegründet und seit 2011 von Teodor Currentzis geleitet, wurde in diesem Jahr mit der «Matthäus-Passion» von Johann Sebastian Bach eröffnet. Im frisch renovierten Großen Saal der Philharmonie Perm zeigten das Orchester und der Chor musicAeterna, der Kinderchor «Vesna» und starke Solisten unter Currentzis, wie sich ein ganz...
Er war, im November 1924, zur Bestrahlung seines Kehlkopfkrebses nach Brüssel gekommen. Brüssel aber wurde Puccinis Sterbeort, und er hinterließ seine letzte Oper unvollendet, mutmaßlich nicht nur nicht fertig komponiert, sondern stehengeblieben in einer dramaturgischen Sackgasse. Mutmaßlich hätte Puccinis Genie mit dem vorgesehenen außerordentlichen Liebesduett...
