Freude schöner Spuckefunken
«Wer g nicht von ch zu unterscheiden vermag, ist ein undeutscher Barbar», befand Richard Wagner – ungeachtet der Tatsache, dass er als gebürtiger Sachse bei harten Konsonanten selbst ein wenig zum, nun ja, Verweichlichen neigte. Seine Forderung nach deutlicher Aussprache beim Singen führte jedenfalls nicht nur oft zu den «gebellten» Konsonanten beim berüchtigten «Bayreuth bark».
Sie trägt etwa auch dazu bei, dass die Bayreuther Festspiele bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht sagen konnten, ob sie in diesem Sommer ihren Chor auftreten lassen können oder ihn allenfalls aus einem Nebenraum zuspielen müssen. Schließlich gelten singende Kollektive auch wegen ihrer Konsonantenspuckdichte momentan fast schon als Todesfallen wie sonst nur Altenheime.
Dass beispielsweise Japaner hier mit ihren weicheren Konsonanten deutlich ungefährlicher leben, konnte kürzlich eine Studie der Japan Association of Classical Music Presenters zeigen: Beim Singen der «Ode an die Freude» aus Beethovens Neunter Symphonie im deutschen Original schleuderten professionelle japanische Sänger pro Minute durchschnittlich 1302 potenziell virenträchtige Partikel in die Luft – und damit mehr als doppelt ...
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Opernwelt April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 57
von Michael Stallknecht
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (9. 3.) als Präsenzvorstellung geplanten oder als Stream angekündigten Premieren und Aufführungen des Monats April 2021. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link: www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
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Frau Loetzsch, unter den Partien, die Sie aktuell in Ihrem Repertoire haben, sind mit Verdis Eboli und Pascal Dusapins Penthesilea zwei Frauen, die mächtig in Raserei geraten. Fällt Ihnen dieser Gemütszustand gleichsam naturgegeben zu oder müssen Sie sich die Ekstase verordnen?
Nein, und ich gebe zu, dass ein solcher Gemütszustand eher hilfreich ist, um einen guten...
Wer im vergangenen Jahr die Salzburger Festspiele besuchte, fühlte sich – und fühlt sich in der Erinnerung noch heute – in die Stimmung des Wunderbaren versetzt. Apoll und die neun Musen schienen mehr als 100 Veranstaltungen unter ihren besonderen Schutz gestellt zu haben, so dass sich am Ende unter den 76.500 höchst irdischen Besuchern niemand mit dem Corona-Virus...
