Freiheit, die wir meinen
Machen wir uns nichts vor: Die Welt, sei sie alles, was der Fall ist (wie Wittgenstein sagt), sei sie Inbegriff möglicher oder wirklicher Tatsachen, hat sich in den vergangenen zwölf Monaten radikal verändert. Die condition humaine zeigt sich in neuem Licht: trüber, trister, ja beinahe utopielos. Geblieben sind hingegen die Begriffe, mit denen Welt erfasst wird, sowie die aus ihnen resultierenden Diskurse.
Doch gerade in der jüngeren Vergangenheit haben Worte wie «Freiheit», «Moral», «Demokratie» oder «Diktatur» eine höhere Dringlichkeit und differenziertere Faktizität erhalten. Man könnte sagen: Sie wurden zugespitzt. Aber nicht unbedingt präzisiert. Denn viele der privaten und öffentlichen Debatten wurden mit einem solch hohen Maß an Emotionalität geführt, dass Sinn, Zweck und Ziele dieser Debatten in den Hintergrund traten. Nicht selten war da kaum mehr zu vernehmen als viel Lärm um nichts.
Es lohnt sich aus diesem Grund, wieder einmal zu den Schriften von Émile Durkheim zu greifen, insbesondere zu jener unter dem Titel «Physik der Sitten und des Rechts» publizierten Reihe von Vorlesungen, die Durkheim gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bordeaux und Paris ...
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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 4
von Jan Verheyen
Gedacht waren die drei Gedichte als Trost. Als Hinweis an den Freund, hier habe doch ein Mensch vor knapp 400 Jahren das in Worte gefasst, was Wolfgang Rihm, den schwer Erkrankten, gerade bewegte. Mag bei Bariton Georg Nigl keine Absicht dahinter gesteckt haben, doch wer einem Komponisten Texte schickt, muss mit Vertonung rechnen. In diesem Fall wurde es ein...
alpha
07.02. – 21.50 Uhr
Absolute Prokofiew (1/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 1
S: Trifonow
14.02. – 22.00 Uhr
Absolute Prokofiew (2/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 2 und Nr. 3
S: Toradze
21.02. – 21.45 Uhr
Absolute Prokofiew (3/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 4, Klavierkonzert Nr. 4 und Klaviersonate Nr. 7
S: Volodin
28.02. – 21.45...
Zuerst hört man nur das Geräusch von zwei Paar Schuhen. Dann tauchen Schatten an der Wand auf, ein Pianist und eine Sängerin treten ins Bild. Alles ist anders bei der 49. Ausgabe des Bundeswettbewerbs Gesang in diesem Corona-Jahr. Zuhörer und Unterstützer sind nicht zugelassen bei den Finalrunden, die im Foyer der Deutschen Oper Berlin stattfinden. Dennoch können...
