Französisches Schottenstück

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Der Vorrat vernachlässigter Komponisten der französischen (Früh-)Romantik scheint unerschöpflich. Dass diese Epoche heute zunehmend wiederentdeckt wird, verdankt sich einem Geschmackswandel, der Heiterkeit, Eleganz und Ironie nicht mehr mit Oberflächlichkeit gleichsetzt. Viele Ausgrabungen gehen aber direkt auf das Konto der dieses Terrain systematisch sondierenden Stiftung Palazzetto Bru Zane.

Erst im März war sie an der Neuproduktion der Opéra Comique von Ferdinand Hérolds «Les Pré aux clercs» beteiligt, nun folgte an der Opéra Royal in Versailles konzertant Étienne-Nicolas Méhuls «Uthal». Ein in mehrfacher Hinsicht kurioses Werk. Schon formal frappiert der 70-minütige Einakter: Im Orchesterpart fehlen die Violinen, stattdessen führen die Bratschen, der Chor ist nur mit Männern besetzt, die einzige Frauenstimme – Malvine – ist ein Mezzo. Der Komponist wollte auf diese Weise eine dunkle, «schottische» Atmosphäre schaffen: Das 1806 an der Opéra Comique uraufgeführte Werk basiert auf den «Gesängen des Ossian» des schottischen Dichters James Macpherson. Méhuls Oper schildert die Zwangslage Malvinas, deren Ehemann Uthal das Land ihres Vaters Larmor besetzt hat. Sie versucht, den Krieg ...

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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Regine Müller

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