Sophie

Eben noch im Münchner Opernstudio, der Wechsel nach Klagenfurt, dann die Rückkehr als Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper. Ob Gräfin, Freia, Musetta oder Micaëla – festlegen lässt sich GOLDA SCHULTZ nicht. Nun steht die Südafrikanerin vor ihrer bislang größten Aufgabe: als Sophie bei den Salzburger Festspielen

Welche Rolle passt besser zu Ihnen? Musetta oder Sophie?
Beide passen. Ich bin handfest wie Sophie. Sie hat ein gewisses Feuer, etwa wenn sie sich über den Ochs aufregt oder energisch mit ihrem Vater spricht – das habe ich mir übrigens auch mal erlaubt, als ich 15 war.

Und wie hat Ihr Vater reagiert?
«Wer bist du denn?», hat er gefragt. Darauf ich: «Ich bin Golda, wer bist du?!» Ich kann mich manchmal über Menschen wahnsinnig aufregen – wie Sophie. Und manchmal redet sie, bevor sie nachdenkt. Wie ich.

Musetta ist Sophie sehr ähnlich, hat aber mehr Lebenserfahrung, gerade was die Männer betrifft. Sagen wir es so: Ich stehe zwischen Musetta und Sophie, auch beim Thema Männer.

Wie kam es zur Salzburger Sophie?
Franz Welser-Möst hat das Münchner Festkonzert für Strauss dirigiert, in dem ich die Sophie gesungen habe. Bei der Probe dachte ich: Er guckt mich immer so an. Vielleicht wundert er sich, dass ich alles so witzig finde. Als ich dann gefragt wurde, ob ich die Partie in Salzburg singen möchte, war ich total überrascht. Ich habe ihn wohl doch nicht abgeschreckt.

Sie wollten zunächst Journalistin werden.
Ursprünglich wollte ich zum Radio und dort Dokumentationen produzieren, doch das ...

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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel

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