Frankfurt, Verdi: Macbeth
Paolo Carignani dirigiert in Frankfurt die für Paris 1865 erweiterte Fassung von Verdis «Macbeth». Dabei reibt sich die melodische Suggestion, auf die er setzt, mitunter an einer szenischen Interpretation, für die die schroffere Urfassung angemessener wäre.
Aus der so entstehenden gelegentlichen Diskrepanz zwischen Graben und der drastisch aufgerauten Optik auf der Bühne vermögen vor allem Zeljko Lucic als eloquent volltönender Macbeth und Caroline Whisnant als eine Lady mit dem Mut zur expressiven «Hässlichkeit» überzeugende Rollenporträts zu gestalten: er, ein überforderter, stets Getriebener; sie, eine Frau, die genau weiß, wie Männer «funktionieren». Nach einem allzu kommentierenden Anlauf findet Calixto Bieito mit wachsender Dringlichkeit zu der Stringenz, die zur Stärke seines Theaterrealismus gehört.
Der Katalane verlegt das Geschehen unter ein erfundenes Banken-Logo und in ein nüchternes, von Galeriegängen umgebenes Foyer. Dort preisen Riesenbildschirme die (Marken-)Verheißungen der (Waren-)Welt. Edle Uhren schweben wie Raumstationen, Luxusfederhalter und Lippenstifte wie Raketen vor dem Sternenhintergrund eines virtuellen Universums. Für das große Bankett zur Feier des ...
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Zwei Uhr früh. Der Himmel über Manaus ist schwarz. So schwarz wie das Wasser des Rio Negro, der sich an dem 1,5-Millionen-Nest mitten im Amazonasdschungel vorbeiwälzt. Fünfunddreißig Grad. Gefühlte Temperatur: fünfundvierzig Grad. Die Luft steht. Ein klebriges Gemisch, das so viel Feuchtigkeit mit sich zu führen scheint wie der mächtige Fluss, der an den Rümpfen...
Herr Holl, hinterlassen Lieder Spuren in Ihrer Opernarbeit?
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