Feuer und Eis
Rätselhafte Annäherungen. «Es gibt keine richtigen Opern mehr.» Das sagt kess Aminta (Mezzosopran, zunächst mit einem Psychoanalytiker liiert) zu ihrem neuen Freund, dem Dichter Carlo Murbrunner (Tenor: was sonst?), in der zehnten Szene des zweiten Aktes der Oper «Das kommt davon oder: Wenn Sardakai auf Reisen geht». Auch der vorangegangene Satz von Carlo hat es in sich: «Das kommt davon, wenn man die falsche Oper spielt.
» Was, Sie kennen die Oper nicht, in welcher der nächste Satz von Carlo und Aminta lautet: «Was bleibt uns beiden übrig, als zusammen zu bleiben?» Das Werk entsteht zwischen 1967 und 1969 und trägt die Opuszahl 204. Der Komponist? «Vorhang auf!», heißt es vor der ersten Szene eines seiner Stücke, mehr als vierzig Jahre davor entstanden, mit der Opuszahl 21. Der Schöpfer selbst ist da gerade zwei Jahre älter. Und an einem 23. August um 7.30 Uhr ist er auch geboren, getauft von einem Militärkaplan der Kaserne Rossau, was sich für das Reiche umspannende Wien von 1900 so gehört.
Opus 21. «Orpheus und Eurydike». Besuchen Sie im Februar 2010 trotz aller angebrachten Skepsis vor der Ankündigung «Konzertante Aufführung mit Szene» (klingt wie «Fischgericht mit Schuppen») ...
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Opernwelt Jahrbuch 2009
Rubrik: Wiederentdeckung des Jahres, Seite 42
von Wolfgang Willaschek
Musiker, vor allem Kammermusiker, behaupten gern, sie wüssten bereits nach wenigen Takten der ersten gemeinsamen Probe, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt. Wie ist das zwischen
einem Intendanten und einem Dirigenten?
Markus Stenz: Es ist vielleicht etwas kurios, aber Katharina Thalbach, die wir beide gut kennen und schätzen, hat von Anfang an geradezu rührend...
Hier oben hat er einen großartigen Blick über Düsseldorf. Von der neu gestalteten Terrasse im sechsten Stock des Opernhauses schaut man über Dächer und Kirchen – unten pulsiert das Leben, oben fegt der Wind. Tobias Richter steht hier oben aber nur ungern, er ist ein Mann des Inneren, des unmerklichen Machens und Lenkens, er ist der Anti-Typ des schneidigen, im...
Auf der Spielzeitbroschüre 2009/10 des Theaters Magdeburg heißt es in großen Lettern: «Wir sind Thema». Wenn man durch Halle, Magdeburg und Dessau geht, drängt sich allerdings keineswegs der
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