Dirigent des Jahres
Der Geduldige
(von Anja Silja)
Die Arbeit mit Kirill Petrenko war für mich eine wunderbare Erfahrung und Entdeckung. Ich bewundere ihn sehr. In all den Jahren meiner Karriere, die bekanntlich schon eine Weile dauert, bin ich kaum einem Dirigenten begegnet, der mit so viel persönlicher Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit so viel gnadenlose Genauigkeit verlangt von Orchester, Chor und Solisten – und sie auch erreicht. Denn jeder möchte für ihn so gut sein wie möglich, einfach weil man ihn nicht enttäuschen möchte.
Diese Einstellung einem Dirigenten gegenüber ist außergewöhnlich, ich kannte sie bisher nur bei André Cluytens.
Es geht dabei nicht um Ehrfurcht vor dem Dirigenten und um sein Diktat, wie das in früheren Zeiten oft der Fall war. Es geht um die Begeisterung an der gemeinsamen Erarbeitung eines Werkes. Die vermittelt Petrenko in hohem Maße. Neben aller dirigentischen Souveränität hat er ein ausgeprägtes Gespür für die Szene, ohne das man Opern überhaupt nicht dirigieren sollte (was leider trotzdem oft geschieht).
Seine erstaunlichen Sprachkenntnisse helfen ihm dabei – und sie helfen den Sängern, nicht nur die Musik richtig zu verstehen, sondern auch mit dem Wort richtig ...
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Opernwelt Jahrbuch 2009
Rubrik: Bilanz, Seite 110
von Anja Silja,Christof Loy,Christine Mielitz
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