Fenster zum Wahn

Die Ära von Bernd Loebe als Intendant der Tiroler Festspiele Erl endet stark – mit einem fulminanten «Mazeppa» von Tschaikowsky

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Wer am Ende dieses (inklusive zweier Pausen) fast vierstündigen Abends zu lang applaudierte, den bestraften die Wettergötter. Denn just nach dem blutigen Finale von Peter Tschaikowskys «Mazeppa» ging ein Unwetter über Erl nieder, das es in sich hatte. Was wiederum zum Stück ideal passte. Die Vorlage stammt, wie ebenfalls bei «Eugen Onegin» und «Pique Dame», von Alexander Puschkin; allerdings besitzt der machtund liebesgierige Titelheld hier ein historisches Vorbild. Als ukrainischer Kosak kämpfte Mazeppa vor gut 300 Jahren für Unabhängigkeit.

Und war und ist damit hoch umstritten: Es gibt Fans, die ihn als Nationalhelden bejubeln. Und Feinde, oder zumindest Kritiker (wie Puschkin), die sein Leben als Anti-Heldengeschichte darstellen.

Auch Tschaikowsky zeigt in seiner 1884 am Bolschoi Theater uraufgeführten Oper wenig Heroisches. Wir erleben das Scheitern gleich mehrerer Figuren: Der tragisch angewehte Mazeppa unterliegt seiner unbändigen Machtsucht; Maria, die ihn anbetet, verfällt dem Wahnsinn; Marias Vater Kotschubej, Mazeppa einst freundschaftlich verbunden, wird auf dessen Geheiß hingerichtet. Sodann gibt es weitere tragische Charaktere, etwa den unglücklich in Maria ...

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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 30
von Jörn Florian Fuchs

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