Fehlgriff
Ein Sturm im Wasserglas? Oder, um in der Terminologie des Stücks zu bleiben, eine Prüfung fürs Theater? Jedenfalls reisten Regisseur Marco Štorman und Bühnenbildner Demian Wohler knapp zwei Wochen vor der «Zauberflöten»-Premiere ab. Über die offenbar unüberbrückbaren Differenzen schwieg sich der Regisseur vielsagend aus. Und das Theater Freiburg führte die Produktion weiter – unter «Idee und Konzeption» firmierten im Programmheft nun Štorman, Wohler, GMD André de Ridder, der leitende Musiktheaterdramaturg Heiko Voss sowie die Münchner Firma Moby Digg.
Titel des Abends: «Game on: Zauberflöte – ein Musiktheater in 25 Modulen».
Die Idee hat etwas zeitgeistig Charmantes: Mozarts «Zauberflöte» als eine Art Computerspiel, als partizipatives Theater, bei dem das Publikum mitbestimmen kann, wie es weitergehen soll. Zwei Moderatoren animieren dazu, immer wenn auf dem großen Display auf dem Bühnenhorizont das Wort «Entscheidung» aufleuchtet: Roberto Gionfriddo als niederschwellig gesellschaftskritischer Monostatos und Natasha Sallès als spacige Königin der Nacht (die Sopranistin, in der Mittellage etwas dünn, singt ihre beiden berühmten Arien mit atemraubend klaren Koloraturen). Beide sind, ...
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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Alexander Dick
Ertrinken, /versinken-, / unbewusst- / höchste Lust? Nein, dasdann doch nicht. Wagners «Liebestod» würde Hera Hyesang Park kaum in die Kehle kommen, auch nicht in ihrem neuen, spirituell ausgerichteten Album mit dem Titel «Breathe». Die Natur hat ihr das Hochdramatische nicht mitgegeben, Isolde wäre ein vokaler Drahtseilakt ohne Netz für die lyrische Sopranistin....
Die Artikulation funktioniert anfangs nicht. Noch sind es nur Vokalisen in hoher Lage – wie es eben so klingt, wenn man Jahrhunderte lang in einem arktischen Eisblock eingefroren war. Und auch später, mit wiedergewonnener Sprache, wird sich Ice, so nennt sich die aufgetaute Frau, meist oberhalb des Notensystems bewegen. Es ist ein Fang der geheimnisvollen Art, den...
Der Seeheld glaubt, er sei durchaus berechtigt, seiner vermeintlich untreuen Braut das Leben zu nehmen. Denn er kann sich dabei – kaum zu glauben, aber wahr – auf eine in Italien noch bis vor wenigen Jahrzehnten gültige Rechtsordnung berufen, in der die Tötung aus Eifersucht zu den Kavaliersdelikten zählte. Jedenfalls bei männlichen Tätern. Regisseur Allex Aguilera...
