Fantasie über ein Filetstück

Bei der Sanierung der Komischen Oper Berlin soll auch die bewegte Geschichte des Hauses sichtbar werden. Herzstück des 227 Millionen Euro teuren Projekts aber ist ein Neubau direkt neben dem Musentempel

Das Rumpeln haben sie vermutlich bis nach Karlsruhe gehört. Sehr vielen Menschen fielen in der Hauptstadt jede Menge Steine vom Herzen, als der Bundesgerichtshof im Januar die «Nichtzulassungsbeschwerde» eines Investors ablehnte, mit dem das Land Berlin jahrelang um ein Grundstück direkt neben der Komischen Oper gerungen hatte.

Ohne den schmalen, unbebauten Streifen zwischen Unter den Linden und Behrenstraße nämlich wäre es unmöglich, den Geburtsort des realistischen Musiktheaters fit für die Zukunft zu machen: Denn genau dort soll ein Neubau entstehen, in dem neben Proberäumen und Büros auch jene Bereiche Platz finden, die für jedes Opernhaus immer wichtiger werden.

Zum einen eine Tageskasse mit angeschlossenem Café, die Laufkundschaft anlockt und signalisiert, dass hier Kultur für alle gemacht wird. Und zum anderen Räumlichkeiten für die Vermittlungsarbeit. Schon jetzt, betont Intendant Barrie Kosky gerne, kämen jährlich 6.000 Kinder und Jugendliche zu den Workshops der Komischen Oper: «Wir könnten aber 12.000 einladen, wenn wir den Platz dafür hätten.» Und schließlich ist da auch noch das öffentlich zugängliche Dachterrassen-Restaurant mit Panoramablick vom Brandenburger Tor ...

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Opernwelt Juni 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 35
von Frederik Hanssen

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