Fundstücke

Luca Bernard präsentiert auf seinem Debütalbum «Nachklang» Lieder schweizerischer Komponisten

Nicht nur die geografische Heimat verbindet den Dirigenten Philippe Jordan und den Tenor Luca Bernard: Beide waren Mitglieder des Zürcher Knabenchors und sangen, allerdings nicht zur gleichen Zeit, einen der Drei Knaben in Mozarts «Zauberflöte» am Zürcher Opernhaus, in dessen Opernstudio Bernard aktuell Mitglied ist. Jordan könnte aber auch als Musikdirektor der Wiener Staatsoper in Zukunft Interesse an seinem jungen Landsmann finden.

Denn dieser verfügt über ein interessantes Timbre, das, wenn der Eindruck auf CD nicht trügt, mit seinem metallischen Kern deutlich über das lyrische Fach hinausweist. Möglicherweise ist hier ein neuer Spinto, vielleicht sogar ein jugendlicher Held, ein Lohengrin etwa, auf dem Weg. Zugleich scheint Bernard über die nötige sängerische Intelligenz zu verfügen, die ihn die so unterschiedlichen Lieder auf seinem vorliegenden Recital «Nachklang» interessant und differenziert gestalten lässt.

Es sind samt und sonders Trouvaillen, verbunden durch die «Neujahrsstücke» der Zürcher Zentralbibliothek – eine Tradition, die bis ins Jahr 1645 zurückgreift und mit längeren Unterbrechungen bis heute fortgeführt wird: Jeweils zum 2. Januar, dem Bertholds- (oder ...

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Opernwelt Juni 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 46
von Gerhard Persché

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