Gerade noch gut gegangen
Bei der Premiere saß die Claque gut hörbar links im Parkett. Dabei wäre sie gar nicht nötig gewesen, denn in Bern ereignete sich ein kleines Theaterwunder. Auf dem Spielplan stand Verdis «La forza del destino», keine triviale Aufgabe. Am Werk war ein Kreativ-Team um Regisseurin Julia Lwowski. Wer die aus dem Kollektiv «Hauen und Stechen» – was ja gut zu einer Kriegsoper wie «Forza» passt – stammende Truppe engagiert, beweist Wagemut und weiß nie so recht, was er bekommen wird. In Bern wird viel auf einmal geboten, viel zu viel.
Der ohnehin verworrenen Handlung sind mehrere zusätzliche Ebenen eingezogen: eine Rahmenhandlung, eine Heiligengeschichte, die Rassismus- und, klar, die Gender-Frage. Berns Bevölkerung gilt als langsam, aber auch sie wird dieser Themen wohl irgendwann überdrüssig. Sicherlich findet man in Verdis Oper einen Rassen-Aspekt: Don Alvaros Mutter war eine Inka, er ist also von gemischter Herkunft. Nur: Vater Calatrava hätte wohl jeden anderen Lover seiner Tochter ebenso zum Teufel gejagt. Und ja, Leonore verkleidet sich als Mann. Aber natürlich nicht aufgrund einer Identitätskrise, sondern um ihr Leben zu retten. So dicke Stricke hätte die Regie aus diesen Fäden ...
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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Panorama, Seite 63
von Peter König
Verdis Meisterwerk «Nabucco» könnte sehr wohl den Untertitel «Die große Utopie» tragen. Es ist ein alttestamentarisches Sujet, wenngleich die Zeitgenossen des Komponisten den Gefangenenchor der Hebräer sogleich zur Widerstandshymne gegen die habsburgische Besatzung umfunktionierten. Regisseur Christian von Götz will die Oper nun auf ihren jüdischen Kern...
Ein trauriger Abend. Traurig wegen der Dürftigkeit der Gedanken und seiner emotionalen Leere. Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» kehrt auf jene Bühne zurück, wo die Oper 1934, nur zwei Tage nach der Leningrader Uraufführung, erstmals in Moskau zu erleben war – weiland in der Inszenierung von Wladimir Nemirowitsch-Dantschenko. Sein «Nachfolger» Alexander...
arte
06.06. – 21.45 Uhr
Mozarts Requiem in der Sagrada Família
Das Symphonieorchester und der Chor des Gran Teatre del Liceu (Einstudierung: Pablo Assante) bringen Mozarts d-Moll-Requiem unter Leitung von Giovanni Antonini in Barcelonas berühmtem Wahrzeichen zur Aufführung.
06.06. – 22.35 Uhr
Tenor – Die Geschichte von Pene Pati
Der Film erzählt die Geschichte des...
