Gerade noch gut gegangen
Bei der Premiere saß die Claque gut hörbar links im Parkett. Dabei wäre sie gar nicht nötig gewesen, denn in Bern ereignete sich ein kleines Theaterwunder. Auf dem Spielplan stand Verdis «La forza del destino», keine triviale Aufgabe. Am Werk war ein Kreativ-Team um Regisseurin Julia Lwowski. Wer die aus dem Kollektiv «Hauen und Stechen» – was ja gut zu einer Kriegsoper wie «Forza» passt – stammende Truppe engagiert, beweist Wagemut und weiß nie so recht, was er bekommen wird. In Bern wird viel auf einmal geboten, viel zu viel.
Der ohnehin verworrenen Handlung sind mehrere zusätzliche Ebenen eingezogen: eine Rahmenhandlung, eine Heiligengeschichte, die Rassismus- und, klar, die Gender-Frage. Berns Bevölkerung gilt als langsam, aber auch sie wird dieser Themen wohl irgendwann überdrüssig. Sicherlich findet man in Verdis Oper einen Rassen-Aspekt: Don Alvaros Mutter war eine Inka, er ist also von gemischter Herkunft. Nur: Vater Calatrava hätte wohl jeden anderen Lover seiner Tochter ebenso zum Teufel gejagt. Und ja, Leonore verkleidet sich als Mann. Aber natürlich nicht aufgrund einer Identitätskrise, sondern um ihr Leben zu retten. So dicke Stricke hätte die Regie aus diesen Fäden ...
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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Panorama, Seite 63
von Peter König
arte
06.06. – 21.45 Uhr
Mozarts Requiem in der Sagrada Família
Das Symphonieorchester und der Chor des Gran Teatre del Liceu (Einstudierung: Pablo Assante) bringen Mozarts d-Moll-Requiem unter Leitung von Giovanni Antonini in Barcelonas berühmtem Wahrzeichen zur Aufführung.
06.06. – 22.35 Uhr
Tenor – Die Geschichte von Pene Pati
Der Film erzählt die Geschichte des...
Bella furia: Das erinnert an «Fare la bella figura», den italienischen Code zum Wahren des schönen Scheins. Und es könnte sein, dass Shira Patchornik beim Titel ihres Debütalbums mit Trouvaillen der Mozart-Zeit bewusst auf die Ähnlichkeit der Begriffe abhob – entweder um den «Furien» die Bühne zu bereiten oder den akustischen Laufsteg für eine Modenschau...
Dennis Krauß hat im Moment einen Lauf: Im vergangenen Jahr kassierte er gleich zwei renommierte Preise, den 14. Europäischen Opernregie-Preis für Regie und Ausstattung und den «Faust»-Theaterpreis für seine Inszenierung von Péter Eö̈tvös’ «Sleepless» am Theater Chemnitz. Betrachtet man Photos seiner bisherigen Arbeiten, fällt ein Faible für starke Bilder und...
