Es ist ein Schnitter, heißt der Tod

Vivan und Ketan Bhatti bringen in Bielefeld Alfred Döblins Großstadtroman «Berlin Alexanderplatz» als spartenübergreifendes Musiktheater auf die Bühne

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An dem Versuch, Alfred Döblins 1929 erschienenen Großstadtroman «Berlin Alexanderplatz» zu verfilmen oder als Schauspiel zu adaptieren, sind schon viele Regisseure gescheitert. Die offene Form der Montagetechnik, die Vielfalt der simultanen Sprachebenen vom mythologisch-biblischen Tonfall bis zu collagierten Zitaten aus Presse, Werbung und Konsumwelt, nicht zuletzt die Überblendung der Lebensgeschichte des haftentlassenen Franz Biberkopf mit dem anonymen Stimmengewirr des Labyrinths Berlin zu einem einzigen Bewusstseinsstrom lassen sich nur schwer in ein anderes Medium übertragen.

Das mussten selbst die beiden ambitioniertesten Bearbeiter, Rainer Werner Fassbinder mit seiner 14-teiligen Fernsehserie und Frank Castorf mit seiner Theaterversion erfahren. An eine Vertonung wagte sich bislang niemand. 

Umso skeptischer war man, als das Theater Bielefeld jetzt die Uraufführung einer «Berlin Alexanderplatz»-Oper der Brüder Vivan und Ketan Bhatti ankündigte. Die beiden in Bielefeld aufgewachsenen Musiker und Komponisten mit deutsch-indischen Wurzeln haben sich im Grenzbereich zwischen neuer, elektronischer und populärer Musik einen Namen gemacht, besitzen wie ihre Librettistin, die ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Uwe Schweikert

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