Ein großer Spaß
Es ist wie so oft, wenn aus Weltliteratur große Oper wird. Ein, zwei Adaptionen setzen den Standard und etabilieren sich im Repertoire, der Rest fällt durchs Raster. Verdi etwa hat mit seinem Bühnenabschiedswerk «Falstaff» die gleichnamige Shakespeare-Figur derart meistergültig auf den Begriff gebracht, dass – von Otto Nicolais «Lustigen Weibern von Windsor» einmal abgesehen – auf den Spielplänen kein Platz blieb für andere Vertonungen des Stoffes.
Die es bei diesem Archetypen des genusssüchtigen, sich und seine Verführungskünste heillos überschätzenden Schürzenjägers freilich gibt. Man muss allerdings Mut und Enthusiasmus aufbringen, zu Unrecht Vergessenes fürs Publikum wiederentdecken zu wollen.
Am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz hat man beides: In der vergangenen Spielzeit sorgte die Ausgrabung von Ralph Benatzkys «Der reichste Mann der Welt» für überregionales Aufsehen, was prompt mit einem «Operetten-Frosch» der BR-Klassik-Redaktion prämiert wurde. Eine DVD-Produktion des Stücks wird folgen. An diesen Überraschungscoup wollte man zur Spielzeiteröffnung anknüpfen – mit «Falstaff» von Michael William Balfe, 1838 in London uraufgeführt, also ganze 55 Jahre ...
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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Werner Kopfmüller
Seinen Kollegen Georg Wilhelm Friedrich Hegel sanft korrigierend, stellte auch Karl Marx fest, dass sich alle weltgeschichtlichen Tatsachen zweimal ereigneten, allerdings «das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce». Mit Blick auf den Antisemitismus, seine Wiederholungen und seine grausige Radikalisierung im Massenmord des Holocaust bleibt einem die...
Ein Mann wird 80 - der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, Orchestergründer und kämpferischer politischer Geist, dominante Autorität als Berliner Generalmusikdirektor, dessen Führungsstil Debatten hervorrief. Dagegen wirkt Barenboims unmittelbare Gegenwart ziemlich fragil. Nach überstürzter Tourneeabsage im Mai und der Rückkehr mit seinem West-Eastern Divan...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Wagner, «Die Walküre,» «Wotans Abschied» – während und als ich fertig war mit Singen.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
In Fußdistanz (mit genügend Abstand) zu meinem Zuhause.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Tolle Kollegen, gute Kantine – und öfter mal das große «Ommm» anstimmen.
Welche Oper halten...
