Ein tödliches Spiel

Jörg Halubek und «il Gusto Barocco» heben Johann Sigismund Kussers Oper

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Johann Sigismund Kusser war wie viele Musiker seiner Zeit ein Kosmopolit wider Willen, ruhelos hin- und hergetrieben zwischen den konkurrierenden Fürstenhöfen, kurzum: ein «weitgereister Musiker», wie die australische Musikologin Samantha Owens ihre 2017 erschienene Monografie betitelte. Mit vierzehn kam der im damals ungarischen Preßburg geborene Sohn eines lutherischen Kirchenmusikers nach Paris, wo ihn Jean-Baptiste Lully ausbildete. Die Jahre 1680-83 sehen ihn als Hofmusiker in Baden-Baden, Ansbach und Stuttgart.

Dort erschienen auch seine sechs Ouvertüren, die den neuen französischen Orchesterstil erstmals in Deutschland bekannt machten. Später betätigte sich Kusser hauptsächlich als Opernkomponist – in Braunschweig, Hamburg und schließlich in Stuttgart, wo er 1700 zum Oberkapellmeister ernannt wurde. 

Folgt man dem Eintrag in Johann Matthesons «Vollkommenem Capellmeister» , so galt das Ansehen hauptsächlich dem Orchesterleiter, weniger dem in allen Stilen bewanderten Komponisten Kusser. Nach Zwistigkeiten verließ der streitbare, aber wohl auch streitsüchtige Mann Stuttgart, ging nach London und von dort 1707 weiter nach Dublin, wo er bis zu seinem Tod 1727 im Dienst des ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Uwe Schweikert

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