Es geht bergauf

Nach Krisenjahren finden die Antikenfestspiele in Trier wieder ihr Publikum – unter anderem mit einer Monumental-Produktion von «Samson und Dalila»

Opernwelt - Logo

Nach zwei eher schwierigen Jahren versuchen die Trierer Antikenfestspiele wieder Fuß zu fassen. Mit einem neuen, auf­wändigen Raumkonzept im römischen Amphitheater und der Rückkehr zum inhaltlichen Angebot der Gründerjahre – «große Oper» als Hauptattrak­tion, Schauspiel als Ergänzung – konnte man verlorenes Terrain zurückerobern, trotz schwieriger Wetterbedingungen.


Nachdem Gerhard Weber, der Intendant des Stadttheaters, die Festspiele vom Gründer Heinz Lukas-Kindermann übernommen hatte, war er mit Musical-Experimenten und einer wenig glücklichen Repertoire-Auswahl auf Grund gelaufen: Zuletzt hatte das Festival nur noch halb so viele Besucher angelockt wie in guten Jahren.
Mit der Produktion von «Samson und Dalila» war es nach vielen Anläufen 2007 gelungen, endlich die Zuschauertribünen auf die Ränge des Amphitheaters zu verlegen. Zuvor hatte das Publikum aus Denkmalschutzgründen im Innenraum Platz nehmen müssen, was das optische und akustische Erlebnis erheblich einschränkte. Erstmals stand nun die komplette Innenfläche für ein monumentales Bühnenbild zur Verfügung. Aus dem benachbarten Luxemburg wurde Star-Architekt Francois Valentiny (Kleines Festspielhaus Salzburg) geholt, der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2007
Rubrik: Magazin, Seite 29
von Dieter Lintz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Notizen aus der Provinz

Wie eigentlich immer bei solchen Geschichten, so war es auch dieses Mal. Seit Monaten spazierte der Rumor durch die sächsische Provinzmetropole. Alle in der Szene wussten Bescheid, längst war beschlossen, was zu tun sei. Fraglich war nur noch der Zeitpunkt der Tat. Am 19. Juni 2007 schließlich war es so weit. Die Kunde wurde ins Land hinausgetragen. Doch schon die...

Erotisches Mysterium

«Wenn nur meinem Kopf nichts passiert, es sind noch so viele schöne Sachen drin», sagte Rudi Stephan zu seiner Mutter, bevor er sich am 13. September 1915 am Wormser Bahnhof von ihr verabschiedete und sich freiwillig zur Ostfront transportieren ließ. Sechzehn Tage später war er tot, getroffen von der Gewehrkugel eines russischen Soldaten. Mit 28 Jahren war ein...

Virtuose Klarheit

Philippe Quinault war für Jean-Baptiste Lully so etwas wie Da Ponte für Mozart: ein umsichtiger Dichter, der von der Bühne her kam und genau wusste, was ein Libretto braucht und worauf es besser verzichtet, um bei der Zensur durchzugehen und beim Publikum anzukommen.
Quinault und Lully hatten vor ihrer Oper «Thésée», die im Januar 1675 im Schloss von...