EROS, EKEL und ENTFREMDUNG

Die Ausstellung «Richard Wagner und das deutsche Gefühl»

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Was deutsch sei? Gute Frage. Schwierige Frage. Dieter Borchmeyer, der sich auch als Wagner-Exeget viele Meriten verdient hat, ging ihr in einem beinahe 1.000 Seiten langen Opus nach: «Was ist deutsch?», erschienen im März 2017, las sich wie der weltanschaulich-historisch-politisch-philosophische Versuch, einem Phänomen auf die Spur zu kommen, das im Unklaren doch stets verbleibt. Vorangestellt war dem diskursiv geschulten Buch eine Passage aus einem Brief Richard Wagners an Friedrich Nietzsche vom 24.

Oktober 1872, darin der Komponist eine (womöglich nicht offen zu Tage tretende) Wahrheit über das «Deutsche» zu ergründen sucht: «Über das denke ich immer mehr nach, und gerathe endlich, an der Hand einiger neuerer Studien, in eine sonderbare Skepsis, die mir das als ein reines Metaphysicum übrig lässt, als solches mir diese aber grenzenlos interessant, und jedenfalls ganz einzig in der Weltgeschichte erscheinen lässt, vielleicht mit dem einzigen Pendant des Judenthums zur Seite …» 

In seinen Bühnenwerken, aber auch in seinen Schriften, insbesondere in «Oper und Drama» und «Das Judenthum in der Musik», hat Wagner dieses «Metaphysicum» stets und nicht ...

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Opernwelt 6 2022
Rubrik: Magazin, Seite 96
von Jürgen Otten

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