GELUNGENES WAGNIS
Oper light war gestern: Bei der Premiere von Gounods «Roméo et Juliette» wurde in Kaiserlautern wieder aus dem Vollen geschöpft: Rosarote Flamingos, glitzernde Kugelfische, Hummer, Libellen, schillernde Pfauen und anderes Getier rotierten in wildem Farbwirbel über die Bühne. Nach den vielen abgespeckten Kammerfassungen, die in den vergangenen zwei Jahren pandemiebedingt auf den Opernspielplänen den Ton angaben, wirkte die Rückkehr der Grand Opéra auf die Bühne des Pfalztheaters wie ein Befreiungsschlag.
Erstmals war dort wieder ein Werk in voller Orchesterbesetzung mit großem Chor und Extrachor zu erleben.
Sowohl das von Daniele Squeo dirigierte Orchester, das im Vorspiel mit stürmischen Streicherbewegungen und dramatischen Bläserfanfaren aufbrandete, als auch der von Gerhard Polifka geleitete Opernchor, dessen kernig-fokussierter Gesang eine düstere Spannung erzeugte, die sich wie ein Schwelbrand durch das gesamte Stück ausbreitete, schienen auf diesen Moment gewartet zu haben. Die explosive Macht der Musik bildeten in Mareike Zimmermanns Inszenierung gemeinsam mit den fantasiereichen Kostümen einen effektvollen Kontrast zur kargen steinernen Gebäudekulisse, die Ausstatterin ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt 6 2022
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Silvia Adler
arte
05.06. – 05:00 Uhr
La Maestra – Alondra de la Parra ARTE wirft einen Blick auf den Werdegang der Dirigentin, begleitet sie bei ihrer Arbeit in Brisbane und auf Konzertreisen und zeigt die vielfältigen Facetten dieser energiegeladenen Mexikanerin als Künstlerin und als Mensch.
05.06. – 17:25 Uhr
Vivaldis (ungewisse) Vier Jahreszeiten Die unbewohnte Insel Delos...
Ausgelassene Begeisterung klingt anders: «Das eigentliche Schauspielpublikum kam nicht auf seine Kosten, das Opernpublikum wusste nicht viel mit dem Molière anzufangen. Der Intendant hatte an einem Abend Schauspiel- und Opernpersonal zugleich einzusetzen, und statt zwei guten Einnahmen nur eine, noch dazu nur zweifelhafte
Wie oft haben wir schon einen «Così fan tutte»-Abend verbracht – beseelt von dieser in musikalischer Hinsicht berührendsten der drei Mozart-Da-Ponte-Opern, aber unzufrieden mit der szenischen Umsetzung. Es ist aber auch ein Schwieriges um diese erotische Versuchsanordnung mit den gemischten Doppeln (Fiordiligi und Guglielmo hier, Dorabella und Ferrando dort) sowie...
