«Entweder man hat’s oder man hat’s nicht»
Herr van Dam, 2010 werden Sie sich nach einem halben Jahrhundert von der Opernbühne verabschieden. Wollten Sie eigentlich jemals etwas anderes werden als Sänger?
Nie, für mich war dieser Weg immer selbstverständlich. Das hat sicher damit zu tun, dass ich schon als Kind aufgetreten bin – ich war immer Solist. Ein Freund meiner Eltern brachte mich zu einem Kirchenchor, und ich habe dort Stücke wie Schuberts «Ave Maria», César Francks «Panis Angelicus» und Weihnachtslieder gesungen, mit elf! Ich sage immer: Nicht ich habe meinen Beruf gewählt, der Beruf hat mich gewählt.
Und obwohl ich der erste Musiker in der Familie war – mein Vater war Tischler –, haben mir meine Eltern nie Steine in den Weg gelegt. Im Gegenteil: Mein Vater half mir, weil er sah, dass das mein Weg war. Leider ist er gestorben, als ich 18 Jahre alt war, und hat nicht gesehen, was aus mir wurde.
Ihr Operndebüt haben Sie bereits im Alter von 20 Jahren gegeben, und zwar nicht in Brüssel, sondern gleich an der Pariser Oper.
Das hat man mir in Brüssel auch etwas übel genommen. Zu meinem Debüt in Brüssel kam es erst 17 Jahre später: 1976 als Don Giovanni. Brüssel reagierte einfach zu spät. Ich hatte dort schon vorgesungen, ...
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Musiker, vor allem Kammermusiker, behaupten gern, sie wüssten bereits nach wenigen Takten der ersten gemeinsamen Probe, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt. Wie ist das zwischen
einem Intendanten und einem Dirigenten?
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