Ensemblekultur stärken
Wie alle freischaffenden Musiker bin auch ich durch den Corona-Ausnahmezustand heftig mit meinem Beruf als Sängerin zeitgenössischer Musik konfrontiert worden. Bisher habe ich ihn immer als Berufung empfunden. Ungeliebte Lücken im Kalender gab es ja schon öfter, aber ein Berufsverbot auf unbestimmte Zeit war nie einkalkuliert.
Aus voller Fahrt ausgebremst, stellte sich erst einmal die Grundsatzfrage, ob man überhaupt noch für den Beruf brennt.
Zum Beispiel: Übe ich, auch wenn kein Konzert in absehbarer Zeit auf mich wartet? Da ich dies für mich glücklicherweise nach einer Weile mit einem leidenschaftlichen «Ja» beantworten konnte, kam als Nächstes die Frage nach der finanziellen Existenz auf. Alle Konzerte und Projekte waren ersatzlos gestrichen. Kein Honorar wurde ausbezahlt.
Wir Solo-Selbstständigen (das Wort habe ich bisher für meinen Berufsstatus gar nicht gekannt) haben keine Lobby. Wir sind Einzelkämpfer und können uns deshalb nicht an eine Gewerkschaft, an einen Sprecher wenden, der für die Lösung unserer Probleme kämpft. Dafür entstanden erstaunlich schnell Initiativen, die die existenziellen Fragen unserer sehr diversen Zunft Politikern vortrugen.
Was könnte man tun, um ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Thema, Seite 45
von Salome Kammer
«Beethoven è incazzato», ruft Riccardo Muti ins Orchester, als er am letzten Probentag den Auftakt zum Finale der «Eroica» gibt. Das Orchestra Giovanile Luigi Cherubini versteht den Maestro und dieses Adjektiv, das in seiner eigenen Giovinezza wohl nicht ganz jugendfrei war, mit «stinksauer» noch milde übersetzt ist, diesem Klangkörper aus den besten...
Frau Bartha, haben Sie sich als angehende Sängerin für Gesangswettbewerbe interessiert?
Als ich in Italien studierte, in den frühen 1970er-Jahren, habe ich das ein paarmal ausprobiert. In zwei Fällen lief es sehr gut, in anderen schlecht. Ich habe dann schnell wieder damit aufgehört. Dieses Schaulaufen war nichts für mich.
Trotzdem: Waren diese Erfahrungen nützlich...
Ein unglaublicher Vorgang: Als am 17. Juli der Verwaltungsrat des Staatstheaters Karlsruhe zusammentritt, um über die Zukunft des Generalintendanten Peter Spuhler zu beraten, demonstrieren knapp 300 Angestellte draußen vor der Tür, mehr als ein Drittel der Belegschaft. Die unmissverständliche Botschaft: Das Haus brauche dringend einen Neuanfang, und der sei nur...
