Einmal Hölle und zurück
Madamina, il catalogo è questo»: In Simon Steen-Andersens neuem Musiktheater «Don Giovanni aux Enfers» wird Leporellos berühmte Arie nicht aufgeführt. Stattdessen erleben wir einen Katalog von derart vielen Opernzitaten, dass dieses Werk mit dem Untertitel «Aller-retour aux enfers lyriques en un acte» (Hin und zurück in die lyrische Hölle in einem Akt) beinahe wie ein großes Opernquiz anmutet. Doch keine Sorge: Auch Anfänger können sich an der Straßburger Aufführung erfreuen.
«Don Giovanni aux Enfers» wird mit einer Prise Humor und einem äußerst virtuosen Einsatz von Multimedia präsentiert, den der deutsch-dänische Komponist meisterhaft beherrscht. Steen-Andersens solitäre Kompositionsmethode basiert ausschließlich auf musikalischen objets trouvés, sie verklammert Fragmente von etwa 40 Opern aus vier Jahrhunderten der Musikgeschichte. Mal handelt es sich um ganze Szenen, mal um einzelne Phrasen oder Worte, doch immer sind sie von der originalen Musik untermalt.
Die Handlung dreht sich um die Titelfigur aus Mozarts «Don Giovanni»; dessen Dinner-Szene mit der Ankunft des steinernen Gastes wird zu Beginn fast vollständig übernommen. Doch die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung, ...
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Opernwelt November 2023
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Stefano Nardelli
Fangen wir, aus gegebenem Anlass, mit der Musik an. Zweiter Akt, Finale. Das Dunkel scheint sich zu lichten, wo vorher sehr viel f-Moll war, dominiert nun pastoral-pfiffiges F-Dur. Ein Tanz im Viervierteltakt, übermütig, zugleich hintergründig – Giuseppe Verdi wusste sehr wohl, wie man Klänge subversiv einwirken lässt. Und so ist es auch in diesem Allegro brillante...
Wenige Regisseure haben Wagners Tetralogie gleich zweimal inszeniert. Götz Friedrich beispielsweise legte einen «Ring» für Covent Garden und einen weiteren für die Deutsche Oper Berlin vor. Am Royal Opera House startete nun mit dem «Rheingold» die neue Lesart von Barrie Kosky, der den «Ring» ab 2009 schon in Hannover inszenierung hatte.
Noch vor Beginn des...
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