Editorial 11/23
Eine Ehe kann weit mehr sein als nur ein Versprechen. Sie kann es sein, wenn sie von Liebe, gegenseitigem Vertrauen, Respekt und dem gemeinsamen Wunsch nach Zweisamkeit erfüllt ist. Eine Ehe kann aber auch ein großes Unglück sein – wenn schon das Grundgefühl nicht stimmt, wenn es an Kompromissbereitschaft mangelt und es für die Beteiligten nur darum geht, die eigenen Interessen durchzusetzen. Am schlimmsten ist es, wenn die an dieser konservativen Einrichtung Beteiligten keine gemeinsame Sprache mehr sprechen oder gänzlich ins Schweigen verfallen.
Filmdramen wie Bergmans «Szenen einer Ehe« oder «Die Katze» mit dem unvergleichlichen Gespann Simone Signoret/Jean Gabin haben dafür erschreckend realistische Bilder gefunden. Die Berliner Staatsoper hat zunächst einmal etwas ganz anderes gefunden – einen Generalmusikdirektor, der Daniel Barenboim «ersetzt». Als der weiße Rauch aufstieg, war die Verwunderung unter Experten minimal; längst hatten die Spatzen auf Berlins Kultur-Dächern ihr Liedlein gepfiffen, wonach nur ein Kandidat wirklich in Betracht kam: So tritt Christian Thielemann ab September 2024 für zunächst fünf Jahre das hohe Amt an. Der frischgebackene Berliner Kultursenator ...
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Opernwelt November 2023
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otte
Die Urfassung von «Les Troyens» ist in den letzten Jahren mehrfach gegeben worden. Das Orchestre Révolutionnaire et Romantique, das mit einer halbszenischen, auf Requisiten weitgehend verzichtenden Aufführung in fünf Städten gastierte, darf zwar eine gewisse Ausnahmestellung beanspruchen, da die von ihm verwendeten Originalinstrumente ungewöhn -liche Klangeffekte...
Es ist ein interessantes Experiment, das jüngst an der Opéra de Rouen Normandie angestellt wurde. In Zusammenarbeit mit dem Palazzetto Bru Zane, dem in Venedig beheimateten Zentrum für französische Musik der Romantik, brachte das Haus nach der Urfassung von Offenbachs «La Vie Parisiènne» im Jahr 2021 nun die Ur-«Carmen» heraus. Nicht in musikalischer Hinsicht:...
Die Causa ist weithin bekannt und in aller Ausführlichkeit durchgekaut worden. Richard Wagner, der politisch verfolgte «Revolutionär» und visionäre Tonsetzer, flieht 1849 ins Schweizer Exil nach Zürich, trifft dort (als deren Klavierlehrer) in der jungen und schönen Mathilde Wesendonck die erste wahre Liebe seines Lebens, verstrickt sich, während er Teile seiner...
