Eine Großtat

Katharina Konradi und Daniel Heide mit französischen Liedern von Liszt

Opernwelt - Logo

Im heraufkommenden musikalischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts war Franz Liszt der letzte Kosmopolit. Nirgends zeigt sich das deutlicher als in seinem schmalen, weitgehend unbekannten Liedschaffen, das gleichermaßen deutsche, französische und italienische Lyrik vertont. 85 Lieder sind von ihm überliefert, vielfach in mehreren stark voneinander abweichenden Versionen – oft schwergängige, herbe, intellektuell, aber auch gesanglich anspruchsvolle Kompositionen. Andreas von Imhoff hat 2019 in seinem feinen, kleinen Label Cavi-Music mit der Einspielung aller Liszt-Lieder begonnen.

Nach den Petrarca-Sonetten mit Andrè Schuen und Liedern auf deutsche Texte mit Konstantin Krimmel sind als dritte Folge der von Daniel Heide editorisch wie pianistisch mustergültig betreuten Reihe die französischen Lieder erschienen, gesungen von Katharina Konradi. Mit Ausnahme eines Männerlieds befinden sich darunter auch sämt -liche Kompositionen auf Gedichte Victor Hugos, mit dem Liszt befreundet war.

Mit ihrem schlanken, schlackenlosen, technisch makellos geführten Sopran und ihrem kristallinen Timbre ist Konradi die ideale Interpretin für diese stilistisch relativ geschlossene Liedgruppe. Das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2026
Rubrik: Medien, Seite 36
von Uwe Schweikert

Weitere Beiträge
Fort vom Leben

Lange her, dass man in Franco Zeffirellis Verfilmung von Verdis «Traviata» nicht nur hörte, sondern sah, dass Violetta Valérys trauriges Ende in keinem Moment dieser Oper abzuwenden sein wird. Viele Inszenierungen greifen das zu Recht auf und bebildern schon die Ouvertüre entsprechend. Doch keineswegs immer so eindrucksvoll und originell, wie es nun am Stadttheater...

Ein Stoff unserer Zeit

Vor 70 Jahren wurden Francis Poulencs «Dialogues des Carmélites» an der Mailänder Scala uraufgeführt. Zwei Tage vor dem Jubiläumsdatum hatte Andrea Schwalbachs Inszenierung des Dreiakters nun in Karlsruhe Premiere. Die «Karmelitinnen» sind im Kernrepertoire angekommen. Dafür sprechen die Neuproduktionen dieser Saison in Rouen, Saar -brücken, Marseille, Stuttgart,...

Denkwürdig

Hat Lise Davidsen ein Opernwunder geschaffen mit ihrem Rollendebüt als Isolde? Ohne Zweifel. Aber für ein Opernwunder wie dieses braucht es mehr Zutaten als nur eine einzige phänomenale Sängerdarstellerin. Am Gran Teatre del Liceu in Barcelona sind ziemlich viele davon zusammengekommen bei «Tristan und Isolde». Schon in den ersten Takten wird deutlich: Dieser Abend...