Eine echte Rarität
Mieczysław Weinbergs 1971 vollendete Operette «Die Liebe des d’Artagnan» war zu ihrer Zeit überaus populär in verschiedenen Theatern der UdSSR aufgeführt. Die Textvorlage schrieb Elena Galperina Ende der 1950er-Jahre, wobei sie den Roman von Alexandre Dumas weiterentwickelte und ergänzte. Im Mittelpunkt stehen hier nicht die Abenteuer und Heldentaten der Musketiere, sondern die Liebesgeschichte von d’Artagnan und Constance. Hinzugefügt wurde das «buffoneske Duo» Planchet und Babette.
Dem Regisseur Igor Uschakow und seinem Choreografen Andrei Merkurjew erschien es aber wohl als zu langweilig, einfach der geradlinigen Handlung dieser Operette mit gesprochenen Dialogen zu folgen. Also fügten sie eine Chronik der Aufführung des Romans in einem sowjetischen Kulturhaus der 1970er-Jahre hinzu und brachten zahlreiche Nummern im Stil des klassischen Balletts in die Handlung ein. Für diese Einlagen bediente man sich bei Weinbergs «Choreographischer Symphonie» (1973), deren Stil sich aber erheblich von der lebhaft-bunten Sprache des Werks unterscheidet. Wahrscheinlich empfand die Regie die freche, kaleidoskopisch bunte Ironie der Operette als allzu leichtfertig, und sie beschlossen, in den ...
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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Alexej Parin
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Mélodies d’ailleurs», «Lieder von damals» nennen die beiden jungen Schweizerinnen, die Sopranistin Viviane Hasler und ihre Klavierpartnerin Maren Gamper, ihre Debüt-CD. Das «Damals» ist das Frankreich des Fin de Siècle. Mit den «Mélodies», der französischen Antwort auf das deutsche Kunstlied, wagen sie sich an ein Genre, das – jedenfalls für Nicht-Muttersprachler –...
Wien, der 22. März 1822. Sieben Jahre nach Ende jenes berühmten Kongresses, der die Kraftverhältnisse in Europa noch einmal kräftig und nicht zu Gunsten aller Beteiligten neu ordnete, betritt ein Künstler die Stadt, der Kakaniens Kapitale mit seinem Esprit in Erstaunen und Verzückung setzen wird. Und Giaochino Rossini ist – begleitet von einer bunten Sängerinnen-...
