Schwerelos schwebend
Mélodies d’ailleurs», «Lieder von damals» nennen die beiden jungen Schweizerinnen, die Sopranistin Viviane Hasler und ihre Klavierpartnerin Maren Gamper, ihre Debüt-CD. Das «Damals» ist das Frankreich des Fin de Siècle. Mit den «Mélodies», der französischen Antwort auf das deutsche Kunstlied, wagen sie sich an ein Genre, das – jedenfalls für Nicht-Muttersprachler – noch immer zum Schwersten im Bereich des Gesangs gehört, und sie bestehen die Herausforderung mit Bravour.
Am Beginn des Programms stehen Claude Debussys sechs «Ariettes oubliées» auf Texte von Paul Verlaine – jener Zyklus also, mit dem der junge, gerade dem Konservatorium entwachsene Debussy, gleichsam wie aus dem Nichts, die Manifestation einer neuen Kunst schuf. Wort, Gesang und Begleitung verschmelzen hier zu einer nie zuvor gehörten Einheit – einer musikalischen Deklamation von Lyrik, die mit allen Konventionen der Gattung bricht. Debussy folgt wie ein Seismograph «auf Schritt und Tritt» (so einst die Sopranistin Claire Croiza) dem Tonfall der Worte wie der Empfindungen. Er erfasst sie noch in den feinsten, abgründigsten Schattierungen. Viviane Hasler trifft die subtilen Nuancen dieser Musik nahezu vollkommen – mit ...
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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 52
von Uwe Schweikert
Die reitenden Boten des Königs kommen sehr selten.» So dichtete Bertolt Brecht einst für das Finale der «Dreigroschenoper»: Er wollte damit das Happy End ironisch brechen - eine Art Verbrüderung mit dem kritisch denkenden Teil des Publikums. Die Intervention des Übernatürlichen auf der bürgerlichen Bühne kommentierte der Meister der Verfremdung so: «Der reitende...
Hier finden Sie alle Termine (Premieren sowie Repertoirevorstellungen) der Opernhäuser in Deutschland. Von allen anderen Häusern weltweit bilden wir die Daten zu den Premieren ab.
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
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Der Fürst fröstelt. Und nichts an ihm verrät den stolzen Vornamen. Ein Löwe leidet nicht. Ein Mäuschen hingegen schon, zumal wenn da gleich zu Beginn eine Frauenleiche auf dem Boden liegt und auch die Musik des Andante-Vorspiels mit ihren dumpfen fortissimo-Schlägen und dissonant herniedersausenden Cluster-Akkorden alles andere als ein Idyll insinuieren. Doch als...
