Ein weites Feld
Kaum hat man dieses Buch beglückt aus der Hand gelegt, kommt dem Leser jener legendäre Satz aus Theodor Fontanes Roman «Effi Briest» in den Sinn, zu dem Effis Vater stets dann greift, wenn er unangenehmen Diskussionen mit seiner Tochter entfliehen will. Dieses oder jenes sei, so der alte Briest, doch ein «weites Feld». Oswald Panagl, beinahe drei Jahrzehnte lang Ordinarius für Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaften an der Universität Salzburg, kann es gar nicht zu weit sein.
In seinem Sammelband mit (eigens hierfür überarbeiteten) Essays schreitet er das imaginäre Geviert mit einer Gelassenheit und Souveränität ab, die höchsten Respekt verdient. Hier spricht ein Mann, der sich auskennt in den Künsten, nicht nur in der Oper. Aber auch dort.
«Im Zeichen der Moderne» lautet, überaus triftig, der Titel des Buchs, das dramaturgisch plausibel wie ein Fächer gestaltet ist und dabei durch ein hohes Maß an Originalität für sich einnimmt. Als geübter Linguist spürt Panagl zunächst einmal dem zentralen Begriff nach: Die (von Jürgen Habermas mit Recht als ein «unvollendetes Projekt» beschriebene) «Moderne», das weiß auch Panagl, ist in ihrer Gesamtheit, als Phänomen der ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: BUCH des Monats, Seite 39
von Jürgen Otten
Sieh an: Reisen ist nicht wie Fahrradfahren. Kaum bleibt man mal drei Monate zu Hause – zum Beispiel wegen einer Pandemie – ist die Jetset-Souveränität wie weggeblasen. Plötzlich kann man in der Nacht vorm ersten Flug vor Aufregung nicht schlafen und packt für vier Tage Köln den großen Überseekoffer.
Freiberufler in der Musikbranche müssen halt dahin, wo es noch...
Die Sache ist ein bisschen kompliziert, wie meistens, wenn es um die Liebe geht. Auf jeden Fall endet es damit, dass sie sich einen One-Night-Stand sucht und einfach mit irgendwem ins Bett geht. Uff, seufzt da Bryan Benner, Sänger der Erlkings – weil es halt immer irgendwie «the same old story» ist beziehungsweise «eine alte Geschichte», wie es in Robert Schumanns...
Auf der einen Seite Virologen, Politiker und große Teile der Bevölkerung, die zur Bekämpfung der Pandemie radikale Kontaktbeschränkungen fordern, durchsetzen, akzeptieren. Auf der anderen Seite diejenigen, die froh sind über jede Sondergenehmigung des Senats für die künstlerische Ausbildung, über jeden irgend möglichen Gestaltungsspielraum. Unsere Ausbildung lebt...
