Ein Sturm ist ein Sturm
Stefan Zweig, der Librettist der «Schweigsamen Frau», kannte den Ablauf aus nächster Nähe: «Jede Art von Nervosität ist Strauss fremd, bei Tag und bei Nacht ist sein Kunstintellekt immer gleich hell und klar. Wenn der Diener an der Tür klopft, um ihm den Frack zu bringen zum Dirigieren, steht er auf von der Arbeit, fährt ins Theater und dirigiert mit der gleichen Sicherheit und der gleichen Ruhe, wie er nachmittags Skat spielt ...
» Was auch immer in Strauss vorgegangen ist: Die wenigen Filmdokumente, die es von ihm als Dirigent gibt, belegen – wie die Berichte der Zeitgenossen – eine reduzierte, fast emotionslose Zeichengebung. Die Bewegungen der rechten Hand blieben klein, die linke war fast nur zum Dämpfen der Lautstärke da. Der Blick allerdings, überaus wach und scharf, hielt Orchestermusiker und Ablauf in Schach.
Strauss wuchs im Orchester auf. Sein Vater war Solohornist im Münchner Hoftheater, spielte in dieser Funktion in Bayreuth, was den Filius nachhaltig prägte. Mit zwanzig steht er erstmals selbst am Dirigentenpult, wenige Monate später ist er schon in Meiningen engagiert. Sein bedeutender Förderer Hans von Bülow hat das durchgesetzt. Über eine Kapellmeisterstelle und ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Stephan Mösch
Haben Sie sich die Zeit nach Ihrer Intendanz so vorgestellt?
Nee. Jedenfalls nicht so arbeitsreich. Ich hatte schon gehofft, etwas mehr Freizeit zu haben und das Zuhause genießen zu können. Ich bin fast genauso viel auf Reisen wie zu Sängerzeiten.
Man könnte sich auch dagegen entscheiden.
Ja, das stimmt wohl. Aber wenn man im Alter noch so gefragt ist, ist das schon...
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